Bitte achten Sie auf die Durchsage: Heiko Grauel informiert künftig Bahnreisende über Verspätungen und Fahrplanänderungern. 
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Berlin„Meine Damen und Herren, an Gleis 5: Bitte beachten Sie: ICE 707 nach Berlin Hauptbahnhof verspätet sich um wenige Minuten.“ Bahnfahrer werden diesen Satz so oder so ähnlich zur Genüge kennen. Haben ihn vielleicht sogar im Ohr, die eindringliche Frauenstimme, die Reisende auf allen großen Bahnsteigen in Deutschland begleitet. Bald wird diese Stimme eine andere sein: Tiefer, männlicher, es wird die Stimme sein von Heiko Grauel sein.

Der 45-jährige aus Dreieich in Hessen ist die neue Stimme der Deutschen Bahn und wird demnächst an allen Bahnhöfen zu hören sein. Zunächst in Stuttgart auf einem S-Bahnhof, nach und nach bis 2022 dann deutschlandweit. Auch verständlicher als vorher sollen die Ansagen sein. Das ist zumindest der gewünschte Effekt der Neubesetzung.

So klingt Heiko Grauel, der neue Bahnansager. 

Video: Deutsche Bahn 

Denn mit der neuen Stimme von Grauel wird auch die Technik der Bahnansagen angepasst. Bislang sind für die individuellen Ansagen einzelne Worte von einem Computer aneinandergereiht worden. Das klang schnell abgehakt und unecht. Grauels Sätze werden nun in einzelne Laute zerlegt, um dann jeden beliebigen Satz damit bilden zu können. „Ich glaube ich werde in Zukunft nicht mehr einsteigen, sondern einfach am Bahnhof stehen bleiben, um wirklich auch alles zu hören, was ich hier so eingesprochen habe“, sagt Grauel in einem Vorstellungsvideo der Deutschen Bahn. So recht wahrhaben, so scheint es, mag er seinen neuen Job noch nicht, dabei hat der Sprecher mit rund 25-jähriger Berufserfahrung in den vergangenen Wochen bereits mehr als 14.000 einzelne Zeilen für seinen neuen Auftraggeber auf Band gesprochen.

Zuvor hat er sich bei einem Casting gegen zahlreiche Mitbewerber vor der Jury durchgesetzt. Dass er mal in einer Dokumentation im Fernsehen oder in einem Hörbuch vorkomme, daran habe er sich längst gewöhnt. Gesprochen hat er bereits für ZDF History, einer Hörbuchvertonung von Star Trek oder im Werbespot von Mercedes Benz. „Aber jetzt am Bahnhof und das deutschlandweit, ist dann schon was Besonderes.“ Und da er ein kritischer Mensch sei, werde er auch genau hinhören, wie seine Aufnahmen klingen. Weniger kritisch sind seine Fans, die er schon durch seine anderen Vertonungen gewonnen hat. So hätte ihm ein Hörer berichtet, er habe ein Hörbuch während der Fahrt so genossen, dass er die Ausfahrt verpasst habe. Bleibt zu hoffen, dass alle Fahrgäste künftig rechtzeitig in den einfahrenden Zug einsteigen, wenn die Ankunft von Grauel über die Lautsprecher angekündigt wird.