Wenn die Einkünfte über dem steuerfreien Grundfreibetrag liegen, müssen Rentner Steuern zahlen.
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BerlinRentner müssen Steuern zahlen, wenn der Gesamtbetrag der Einkünfte über dem steuerfreien Grundfreibetrag liegt. Die Höhe der Abgaben lässt sich drosseln.

Grundfreibetrag: Jeder Rentner, dessen gesamte Einkünfte 2019 über dem Grundfreibetrag von 9.168 Euro (Ehepaare/Lebenspartner 18.336 Euro) liegen, muss eine Steuererklärung abgeben.

Steuerfreier Anteil: Dieser variiert nach Jahr des Renteneintritts. Wer im Jahr 2019 in Rente geht, bekommt 22 Prozent der Bruttorente als steuerfreien Teil angerechnet. Der Anteil sinkt stufenweise weiter. Ab dem Rentnerjahrgang 2040 wird die Rente in voller Höhe (abzüglich Freibeträgen) besteuert. Zur tatsächlichen Besteuerung informieren Steuerberater oder Lohnhilfevereine.

Rentenberatungskosten sind als Werbungskosten abziehbar

Nebeneinkünfte: Mancher Rentner geht arbeiten. Andere bessern die Rente durch Vermietung oder Verpachtung auf. Auch Betriebs- oder private Renten oder Kapitaleinnahmen sind Einkünfte.

Rentenerhöhungen: Die Renten werden jedes Jahr – mehr oder weniger – erhöht. Dieser sogenannte Anpassungsbetrag wird dem steuerpflichtigen Teil der Rente zugeschlagen.

Werbungskosten: Aufwendungen zum Erwerb, Erhalt oder zur Sicherung der Renteneinkünfte sind als Werbungskosten abziehbar. Dazu zählen Rentenberatungskosten und Gewerkschaftsbeiträge. Werden keine Aufwendungen erklärt, berücksichtigt das Finanzamt einen Pauschbetrag von 102 Euro jährlich.

Sonderausgaben: Die Basiskrankenversicherung und die gesetzliche Pflegeversicherung zählen zu den Sonderausgaben, die abzugsfähig sind. Auch Unfall- und Haftpflichtversicherung sind ganz oder teilweise abzugsfähig. Kirchensteuern, Spenden und Unterhaltsleistungen sind weitere Sonderausgaben. Ohne Nachweis wird nur ein Pauschbetrag von 36 Euro für Ledige und 72 Euro bei Ehegatten oder Lebenspartnern gewährt.

Hilfe im Haushalt wird steuermindernd berücksichtigt

Außergewöhnliche Belastungen: Behandlungskosten von Ärzten oder zugelassenen Heilpraktikern, Krankenhauskosten, Kurkosten, Ausgaben für Brillen, Hörgeräte, Zahnersatz und andere medizinische Hilfsmittel zählen zu diesem Posten. Auch die Beschäftigung einer Pflegekraft, soweit sie nicht von der Kranken- oder Pflegeversicherung getragen wurde. Es ist jedoch erforderlich, die Zwangsläufigkeit und Notwendigkeit dieser Aufwendungen zum Beispiel durch ein ärztliches Attest nachzuweisen.

Haushaltsnahe Dienstleistungen: Ob Haushaltshilfe, Winterdienst oder Gartenpflege – die Aufwendungen für derlei Hilfe im Haushalt werden ebenso wie Handwerkerleistungen steuermindernd berücksichtigt.