Wollten Sie schon immer werden, was Sie jetzt sind?

Nein, ich fand früher schon Mathematik sehr spannend, und sie begeistert mich heute noch. Über Softwareentwicklung, Mobilfunk und Freude an der Zusammenarbeit mit fachkundigen Kollegen kommt man dann zu solch einer Tätigkeit wie meiner jetzigen.

Womit haben Sie Ihr erstes Geld verdient?

Ich habe in den Ferien Unkraut aus dem Mittelstreifen in der Nähe der Holzmarktstraße entfernt und auch bei der Straßenreinigung gejobbt. An Sonntagen gab es drei Mark die Stunde, an Feiertagen sogar vier. Am besten dann für elf Stunden.

Wer verdient Ihrer Meinung nach zu wenig oder zu viel?

Entlohnungen werden im Endeffekt von denen bezahlt, die Kunden, Verbraucher oder Steuerzahler sind. Wenn die Nutznießer das Geld hinlegen können und wollen, dann ist die Entlohnung sicherlich okay. Insofern ist der Markt der beste Aufseher, aber manchmal irrt der auch. Wenn ich sehe, in welch astronomischen Höhen sich die Einkünfte von Fußballern bewegen, halte ich etwas mehr Demut gelegentlich für angebracht.

Was sollte ein Unternehmer niemals tun?

Gegen Gesetze verstoßen. Und nie aufhören, Kunden und Mitarbeitern zuzuhören.

Welchen Wunsch wollen Sie sich noch erfüllen?

Ich würde gern einmal Geschichte studieren. Und Bedingungen schaffen, die mittelfristig ein schrittweises Zurückziehen aus der Arbeit im Unternehmen möglich machen.

Welche ist Ihre Lieblings-App?

Die Bloomberg Business App nutze ich häufiger. Ansonsten reicht mir das normale Internet.

Wo können Sie am besten entspannen?

Zu Hause bei schönem Wetter für eine Tour mit dem Motorboot.

Worüber können Sie sich richtig ärgern?

Falschheit. Wenn ich merke, dass man für dumm verkauft werden soll. Und wenn man jemanden wider besseren Wissens in Probleme laufen lässt.

Wie lautet Ihr wichtigster Rat an Schulabgänger?

Chancen nicht ungenutzt vorübergehen lassen. Dinge ausprobieren, denn Arbeit und Arbeiten macht Spaß. Jeder kann etwas, das ihn auszeichnet.

Womit bringt sich ein Bewerber im Vorstellungsgespräch um alle Chancen?

Wenn er nicht offen mit Bruchstellen in seiner Vita umgeht, sie verschweigt oder diesbezüglich unehrlich ist.

Was würden Sie mit 50 Millionen Euro in Berlin verändern?

Lieber wären mir 100 Millionen. Damit könnte man in jeder Schule Schülerfirmen starten lassen. Mit Anschubfinanzierung, mit Paten aus Unternehmen, mit Wirtschaftskompetenz bei den Lehrern. Das würde das Verständnis für das reale Wirtschaftsleben enorm steigern und viele Ideen freisetzen.

Baden-Württemberger können alles außer Hochdeutsch. Was können Berliner nicht?

Im Kontrast zum täglichen direkten Realismus der Berliner könnte ihre Selbsttäuschung, dass natürlich die eigene Stadt der Nabel der Welt sein muss, etwas größer sein als anderenorts.