Digitale Lehrbücher: Apple steigt ins Geschäft mit Lehrbüchern ein

New York - Eine schlichte Einladung per E-Mail an Reporter hatte vergangene Woche gereicht, um die Gerüchteküche in der Branche anzukurbeln. Darin hatte der US-Konzern Apple in das prestigeträchtige New Yorker Guggenheim Museum geladen und vage „Neuigkeiten in Sachen Bildung“ angekündigt. Die Adresse war bewusst gewählt: In New York, wo große Verlage ihren Sitz haben, verkündete Apple am Donnerstag den Einstieg ins Geschäft mit digitalen Lehrmaterialien.

Kern der Offensive ist eine Software, mit der Autoren von Schulbüchern künftig auf einfache Weise digitale Versionen für Apples Tablet-Computer iPad erstellen können. Eine neue Version des virtuellen Buchladens iBooks soll stärker auf Lehrbücher zugeschnitten sein. Nutzer sollen damit Notizen machen, Lernkarten erstellen und sich abfragen lassen können.

Bis 2020 soll jedes zweite Lehrbuch digital sein

Schon jetzt verfügt der Konzern mit einem Bildungsableger des iTunes-Stores über enge Verknüpfungen zu Universitäten. Das Potenzial des Marktes ist riesig, allein in den USA setzt die Branche mit Lehrmaterial knapp zehn Milliarden Dollar im Jahr um. Und E-Books sind in der Bildung noch ein Nischenprodukt.

Bis 2020 soll jedes zweite Lehrbuch auch in elektronischer Form erscheinen. In den USA spendete Apple zuletzt 9000 iPads für eine Bildungsinitiative, in Deutschland arbeitet Apple mit IT-Berater HSD zusammen, um das Gerät an Schulen zu etablieren.