London - In einer Hinsicht sind die deutschen Einzelhandelsfirmen Lidl und Aldi in Großbritannien bereits Marktführer. Während die etablierten Konkurrenten noch bis zur Einführung eines neuen Gesetzes im Oktober kostenlose Plastiktüten ausreichen, muss die Kundschaft in den Filialen der deutschen Discounter bereits für ihre Beutel bezahlen. Das tut dem Siegeszug der Deutschen keinen Abbruch: Scheinbar unaufhaltsam eilen die Konzerne aus Neckarsulm und Mülheim an der Ruhr auf der Insel von einem Erfolg zum anderen. Lidl will nun mit 281 neuen Geschäften die Hauptstadt London erobern.

Aldi, genauer gesagt: Aldi Süd, wagte 1990 den Sprung über den Kanal, Lidl folgte vier Jahre später. Das Wachstum hielt sich zunächst in Grenzen, explodierte aber im Gefolge des globalen Bankencrashs von 2008. Weil die Insel von der Finanzindustrie abhängig ist, machte sich der wirtschaftliche Einbruch stärker bemerkbar als in den meisten kontinentaleuropäischen Ländern. Von 2009 an legten Regierungen unterschiedlicher Couleur harte Sparprogramme auf, um dem horrenden Staatsdefizit von bis zu elf Prozent Herr zu werden. Ein erheblicher Rückgang des durchschnittlichen Nettoeinkommens war die Folge – zur Freude der Discounter.

Lesen oder hören Sie doch weiter.

Erhalten Sie unbegrenzten Zugang zu allen B+ Artikeln der Berliner Zeitung inkl. Audio.

1 Monat kostenlos.

Danach 9,99 € im Monatsabo.

Jederzeit im Testzeitraum kündbar.

1 Monat kostenlos testen

Sie haben bereits ein Abo? Melden Sie sich an.

Doch lieber Print? Hier geht’s zum Abo Shop.