US-Präsident Donald Trump.
Foto: AP Photo/Susan Walsh

Berlin - Die Enthüllungen der New York Times zu den finanziellen Verhältnissen des US-Präsidenten erlauben einen Blick auf Donald Trump, der weit über seine Steuerzahlungen hinausgeht. Dass man versucht, die eigenen Steuerzahlungen möglichst gering zu halten, ist in Amerika eine Binsenweisheit. Die amerikanischen Steuergesetze erlauben vor allem seit der Finanzkrise Abschreibungen in großem Stil. Gerade Immobilien-Entwickler wie Trump sind begünstigt. So können geschäftliche Einnahmen als persönliches Einkommen besteuert werden. Das heißt aber vor allem, dass geschäftliche Verluste gegen persönliche Einnahmen geltend gemacht werden können.

Solche Modelle erlaubten Trump, für elf von 15 Jahren gar keine Bundeseinkommenssteuer zu zahlen. In den Jahren 2016 und 2017 bezahlte er jeweils bloß 750 Dollar, eine im Wahlkampf mittlerweile berüchtigte Zahl. Im vergangenen Jahrzehnt hat Trump immerhin 434 Millionen Dollar an seiner Beteiligung an der Reality-TV-Show „The Apprentice“ (deutsch: der Lehrling) verdient. Prompt hat er alles in seine von Immobilien geprägten Unternehmen wie Hotels und Golfplätze investiert. Und diese Investitionen eröffneten ihm persönlich großzügige Abschreibungsmöglichkeiten beim Bundesfinanzamt. Diese Regelungen schuf die Obama-Regierung nach der schweren Finanzkrise im Jahr 2008. So weit nicht ungewöhnlich. Schließlich hat der Amazon-Konzern im Jahr 2018 null Einkommensteuer (Corporate Income Tax) bezahlt, und auch die Bank Goldman Sachs oder der Autokonzern General Motors verhielten sich in manchen Jahren nach der Finanzkrise ähnlich.

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