Köln - Die Fußball-Weltmeisterschaft 2018 steht vor der Tür – und in der Werbung tummeln sich überall WM-Motive. Jedes Unternehmen versucht, irgendwie Profit aus dem Event zu schlagen.

So auch der Bielefelder Familienkonzern Dr. Oetker, der mit einer WM-Kampagne in der Schweiz jetzt aber einen Shitstorm ausgelöst hat. Dem Unternehmen wird Sexismus in reinster Form vorgeworfen.

Dr. Oetker: Werbung erinnert an Reklame aus den 50er Jahren

Auf einem Werbemotiv ist eine Frau mit Schürze zu sehen. Diese trägt eine aufwendig gestaltete Torte in Fußballform, der Text dazu: „Back deinen Mann glücklich – auch wenn er eine zweite Liebe hat.“

Ein Spruch, der viele an Werbetexte aus den 50er Jahren erinnert. Damals fragte Dr. Oetker: „Eine Frau hat zwei Lebensfragen: Was soll ich anziehen und was soll ich kochen?“

Ein Frauenbild, das heute nicht mehr aktuell und für die meisten Menschen auch nicht mehr tragbar ist.

Wenig überraschend dauerte es nicht lange, bis es entsprechende Reaktionen in den sozialen Netzwerken gab:

Dr. Oetker steht trotz Kritik zu 100 Prozent hinter Werbung

Und was sagt Dr. Oetker dazu? Die Firma steht zu 100 Prozent hinter der Kampagne, wie eine Sprecherin der Nachrichtenseite „20 Minuten“ erklärte.

„Die Kampagne Love Cake inklusive des aktuell öffentlich diskutierten Fußballmotivs wurde von einem Team ausschließlich aus modernen Frauen und teilweise auch Teilzeit arbeitenden Müttern entwickelt. Wir haben das Fußballmotiv jedoch offensichtlich nicht auf diese Weise interpretiert, sondern verstehen es auch mit einer gewissen Ironie.“

Und weiter heißt es: „Wir freuen uns darüber, wenn der Mann die Frau glücklich backt, der Enkel den Opa oder die Schwester den Bruder», heisst es bei der Firma. Aus diesem Grund seien in der Kampagne auch unterschiedlichste Menschen zu unterschiedlichsten Gelegenheiten zu sehen.“ Man wolle die Menschen schlicht zum Backen animieren.

Dr. Oetker regelmäßig mit Twitter-Hits

Es ist nicht das erste Mal, dass Dr. Oetker im Netz für Furore sorgt. Immer wieder greift das Unternehmen kontroverse Themen auf.

Als der Hashtag #DeleteFacebook (löscht Facebook) die Runde machte, schrieb Dr. Oetker auf Twitter: „Für 1000 Retweets löschen wir unsere Facebook-Seite. Ganz bestimmt.“ Auch das war nur als Scherz gemeint.

Und im Januar machte „Dr. Oetker Pizza Deutschland“ auf sich aufmerksam, als es auf Twitter einen pöbelnden Nutzer mit einer schnippischen Antwort in die Schranken wies.

(so)