Easyjet ist eine der erfolgreichsten Fluggesellschaften in Europa. Wenn andere längst tiefrote Zahlen schreiben, macht Easyjet noch Gewinne. Das Geheimnis des Erfolges ist hohe Effizienz, dazu gehört auch geringer Spritverbrauch der Maschinen. Deshalb ist Deutschland-Chef Thomas Haagensen ein Befürworter des Handels mit CO2-Zertifikaten für die Luftfahrt.

Was bringt der neue Berliner Flughafen für Easyjet?

Wir sind jetzt völlig begeistert davon, dass wir bald im gleichen Flughafengebäude sind wie unsere größeren Wettbewerber.

Sie waren bislang in Schönefeld, Air Berlin und Lufthansa in Tegel. Wird es eine friedliche Koexistenz?

Die Kunden können jetzt vergleichen. Wir haben das beste Netz in Europa. Wir fliegen auf 49 der wichtigsten 100 europäischen Verbindungen. Das ist besonders wichtig für unsere Geschäftskunden. In Berlin war Tegel bislang der wichtige Flughafen für Leute auf Dienstreise, das ändert sich jetzt mit dem neuen Flughafen.

Werden die Kunden dann künftig beim Vergleichen vor allem feststellen, dass die Tickets deutlich mehr kosten? Lufthansa-Chef Christoph Franz hat sich für massive Preisanhebungen stark gemacht.

Die gestiegenen Treibstoffkosten erhöhen den Druck auf die Fluggesellschaften, ihre Preise anzupassen. Aber wir konzentrieren uns auch auf die Kosten, die wir kontrollieren können und wir setzen auf Effizienz: Wir haben eine junge Flotte, die wenig Sprit verbraucht. Und bei Rangiervorgängen am Boden setzen wir nur ein Triebwerk ein.

Heißt das, dass Sie trotz höherer Belastungen den neuen Flughafen nutzen, um zu expandieren?

In diesem Winter haben wir schon Agadir, Teneriffa und Manchester hinzu genommen. Mit der Eröffnung des neuen Airports kommen noch Flüge nach Rhodos und Mykonos hinzu.

Das sieht bescheiden aus. Überlassen Sie der Lufthansa das Feld, die ihr Angebot von Berlin mit Kampfpreisen ausweitet?

Wir bieten jetzt schon 37 Verbindungen von Berlin aus an. Wir werden im Sommer die Frequenzen für Flüge auf wichtigen Strecken wie nach London, Basel oder Barcelona erhöhen. In die katalanische Stadt fliegen wir im Moment zweimal täglich, künftig soll es drei- oder viermal sein.

Was macht das aus?

Das ist sehr wichtig für die Geschäftsflieger. Die wollen morgens losfliegen und abends zurückkommen. Das bieten wir zum Beispiel jetzt schon für Brüssel oder Kopenhagen an. Wir konzentrieren uns auf den europäischen Markt. Die Lufthansa hat diesen Markt von Berlin aus kaum bedient. Das wird jetzt etwas erweitert. Aber wir sind die Airline, die europäische Kunden nach Berlin bringt. Das ist unser Vorteil. Easyjet ist in Frankreich, Spanien, England und Italien eine wichtige Marke.