Wie viele Einkäufe sind wirklich notwendig? Wer auf Spontankäufe verzichtet, kann bares Geld sparen.
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BerlinManchmal passiert es einfach aus einer Laune heraus – man sieht etwas Hübsches und steht damit schnell an der Kasse. Dank kontaktlosem Zahlen ist auch die eigentlich Abwicklung des Einkaufs schnell erledigt. Und dann kommt es meist auch schon: das schlechte Gewissen. War das jetzt wirklich nötig? Brauche ich die fünfte Handtasche oder das vierte Parfüm überhaupt? Und wie kann ich es künftig verhindern, dass der Bauch im Kaufrausch über den Kopf hinweg entscheidet. Vier Tipps für eine gelungene Konsumdiät.

Ziele setzen

Wie lange wollen Sie ihr Vorhaben umsetzen? Mindestens einen Monat Durchhaltvermögen sollten Sie mitbringen. Dann wird schnell klar, wie viel Potenzial in der Konsumdiät steckt. Und das macht einen Folgemonat leichter. Wie wäre es mit einer Belohnung für drei Monate Verzicht? Setzen Sie sich kleine Ziele. Wenn gleich ein ganzes Jahr lang auf Sparflamme leben möchte, wird schneller scheitern als er Konsumdiät aussprechen kann.

Wichtiges von Unwichtigem unterscheiden

Wichtiges von Unwichtigem zu unterscheiden, fällt im Alltag oft schwer. Immerhin ist der morgendliche Coffee-to-go für viele Menschen ein Lebenselixier. Und damit automatisch wichtig? Oder tut es auch der preiswertete Filterkaffee von zu Hause? Die Jacke im Schaufenster muss Schicksal sein, die passt perfekt zu einem Anlass? Und danach ziehen Sie sie nie wieder an, weil noch vier andere Jacken im Kleiderschrank hängen. Viele Einkäufe sind geprägt von kurzfristigem Verlangen. Wirklich wichtig sind dagegen selbstverständlich Lebensmittel oder Medikamente.

Spontankäufe vermeiden

Psychologen empfehlen die 30-Tage-Liste oder 10-Minuten-Regel. Beides hilft, Spontankäufe zu vermeiden. Und so geht’s: Anstatt mit einem Produkt direkt zur Kasse zu stürmen, gehen Sie aus dem Laden heraus. Die folgenden 10 Minuten entscheiden Sie sich, bewusst über das Objekt der Begierde nachzudenken, ihm die Aufmerksamkeit zu schenken und über seine Sinnhaftigkeit nachzudenken. Brauche ich das? Werde ich es vermissen, wenn ich nicht zuschlage? Würde ich es in vier Tagen immer noch kaufen? Oder sie versuchen es zu vergessen. Klappt letzteres? Prima, Haken dran. Haben Sie sich beim intensiven darüber nachdenken für das Produkt entschieden – auch gut. Dann ist es Ihnen wirklich wichtig. Auf die 30-Tage-Liste kommen größere Anschaffungen – zum Beispiel ab einem bestimmten Betrag, den Sie selbst bestimmen. Das Prinzip ist das gleiche: Gerät der Wunsch in Vergessenheit, ist er es nicht wert, erfüllt zu werden.

Nicht auf Sonderangebote reinfallen

Die Nudeln sind im Angebot und kosten 20 Prozent weniger – nur heute und nur so lange der Vorrat reicht. Wer jetzt zugreift, bei dem hat die Werbefalle zugeschnappt. Haben Sie schon mal nach links und rechts geschaut, was die Discounter Eigenmarke kostet? Die ist unter Umständen nur halb so teuer wie das 20-Prozent-Angebot der Markenware. Vergleichen lohnt sich immer, auch bei größeren Anschaffungen. Einige Händler berechnen Rabatte nicht ausgehend vom Marktpreis, sondern vom sogenannten UVP, dem ursprünglich unverbindlichen Verkaufspreis.

Weniger online shoppen

Einen Monat lang nichts online zu kaufen ist heutzutage eine echte Herausforderung. Produkte scheinen besonders günstig. Viele Dinge, auf die man von allein nicht kommen würde, scheinen durch maßgeschneiderte Werbung plötzlich unendlich wichtig zu sein. Geben Sie sich ein Online-Verbot. Gerade in Großstädten wie Berlin bekommt man alles, was das Herz begehrt, auch im Einzelhandel. Aber denken Sie daran: Sie machen eine Konsumdiät, Sie wollen eh nicht alles kaufen, was Ihr Herz begehrt.