Die Werbeeinnahmen von Printmedien gingen um insgesamt 5,1 Prozent zurück.
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BerlinIn der Corona-Krise zeigen sich zunehmend auch Auswirkungen auf den deutschen Werbemarkt. Wie das Analyseunternehmen Nielsen am Montag mitteilte, gingen die Bruttoausgaben für Werbung im ersten Quartal auf insgesamt 8,1 Milliarden Euro zurück. Das bedeutet einen Rückgang um 0,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Die Folgen der Pandemie wurden demnach im März mit einem Minus von 5,9 Prozent erkennbar. Das Unternehmen erwartet einen höheren Rückgang im April.

Kinos bekommen dabei laut Nielsen nach einem umsatzstarken Vorjahr die Corona-Auswirkungen am stärksten zu spüren. Sie verzeichneten einen Rückgang um 8,7 Prozent. Ebenso sanken die Einnahmen von Printmedien um insgesamt 5,1 Prozent auf knapp 1,8 Milliarden Euro. Im Onlinebereich stiegen dagegen die Werbeumsätze im ersten Quartal um 7,5 Prozent auf 0,9 Milliarden Euro.

Fernsehen bleibt laut dem Bericht das Leitmedium der deutschen Werbungtreibenden mit 3,7 Milliarden Euro Ausgaben von Werbekunden und einem Wachstum um gut zwei Prozent im ersten Jahresquartal, wobei die Werbeausgaben auch hier im März bereits um rund ein Prozent zurückgegangen seien. Stark von der Corona-Krise betroffen sind die Pay-TV-Sender von Sky mit einem Rückgang um gut 43 Prozent im März, während die öffentlich-rechtlichen und privaten Sender im März noch ein leichtes Plus von 0,8 Prozent auswiesen.

Im Bereich der Fluglinien und -touristik brachen die Bruttowerbeumsätze im ersten Quartal um knapp 37 Prozent ein, allein im März um fast 70 Prozent. Wie die Marktforscher mit Verweis auf die besonders aktiven Händler Lidl, Rewe, Edeka sowie die nationalen Aldi-Märkte weiter erklärten, konnte sich der Lebensmitteleinzelhandel trotz eines Quartalsrückgangs um knapp fünf Prozent als „Top-Branche“ behaupten.