Kein Sport-, sondern ein Geländewagen: Ford Mustang Mach-E.
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BerlinFord setzt auf die Anziehungskraft seiner Sportwagenmarke Mustang, um im Geschäft mit Elektroautos Fuß zu fassen. Allerdings ist der neue Mustang kein Coupé mehr: Das vollelektrische Modell spielt als Fünftürer in der Kategorie der Sportgeländewagen (SUV) mit. Auf den Markt kommt der Mustang Mach-E in rund einem Jahr. Die Reichweite soll mit Standardbatterie bis zu 450 Kilometer betragen – und bis zu 600 Kilometer in der ausgebauten Version.

Mit knapp 44 000 Dollar in den USA (46 900 Euro) liegt der Mach-E im Preissegment von Teslas kommendem Kompakt-SUV Model Y. An Tesla erinnert auch der große berührungsempfindliche Bildschirm mit einer Diagonalen von rund 39 Zentimetern (15,5 Zoll) in der Mitte des Cockpits. Eine ungewöhnliche Lösung ist dabei ein am unteren Ende des Displays eingebauter physischer Lautstärkeregler.

Tesla will einen elektrischen Pick-up präsentieren

Tesla unterdessen trieb den Verzicht auf Knöpfe inzwischen so weit, dass beim Model 3 selbst das Handschuhfach über den Bildschirm geöffnet werden muss. Der Mustang Mach-E werde ab dem ersten Fahrzeug Geld verdienen, sagte Ford-Chef JimHackett dem Sender Bloomberg TV am Montag. Das kann man auch als Seitenhieb auf Tesla verstehen, wo schwierige Produktionsanläufe immer wieder zu hohen Verlusten führten.

Ford steht im Heimatmarkt vor dem Angriff Teslas auf sein Kerngeschäft: Tesla will in der Nacht zum Freitag einen elektrischen Pick-up vorstellen. Vor allem in dieser Fahrzeugklasse verdient Ford mit Modellen wie dem Bestseller F-150 sein Geld. Tesla-Chef Elon Musk versprach bereits, der „Cybertruck“ werde ein futuristisches Design und ungewöhnliche Funktionen haben. Dazu könnten eine 240-Volt-Steckdose sowie ein eingebauter Kompressor für den Betrieb von Druckluftwerkzeugen gehören. Musk gratulierte Ford am Montag via Twitter zum neuen Mustang. Das Modell werde auch andere Hersteller ermutigen, Elektroautos zu bauen.

Höhere Prämie für den Kauf von Elektroautos

Kurz nach Fords Ankündigung gab BMW neue Details zu seinem Modell i4 bekannt, das in einer ähnlichen Klasse spielen dürfte. So soll der Wagen ebenfalls auf eine Reichweite von bis zu 600 Kilometern kommen. BMW plant allerdings mit einer Produktion erst von 2021 an.

Unterdessen können sich Autofahrer auf eine höhere Prämie beim Kauf von Elektrofahrzeugen einstellen. Das Bundeskabinett brachte am Montag eine milliardenschwere stärkere und längere staatliche Förderung der Elektromobilität auf den Weg. Die bereits bestehende Prämie für den Kauf von E-Autos wird bis Ende 2025 verlängert.

Die Kaufprämie für E-Autos soll bei Fahrzeugen bis zu einem Nettolistenpreis von 40 000 Euro um 50 Prozent erhöht werden. Konkret steigt der Zuschuss von 4000 Euro auf 6000 Euro. Für teurere Fahrzeuge bis zu einer Grenze von 65 000 Euro soll die Prämie um 25 Prozent auf 5000 Euro steigen. Die Autoindustrie übernimmt weiter die Hälfte der Kosten.