Viele gehen im Frühjahr zum Finanzamt, holen sich einen Packen Formulare auf grau-grünem Papier und reservieren sich ein Wochenende, um in Schuhkartons oder Ordnern gesammelte Belege in die Steuererklärung einzutragen. Schneller als mit Stift und Papier geht es aber am Computer – entweder mit gekaufter Software oder dem kostenlosen Elster-Programm der Finanzverwaltung.

Zeit lässt sich etwa durch die vorausgefüllte elektronische Steuererklärung sparen. Deren Grundidee ist, dass beim Finanzamt einige Daten wie Adresse, Bankverbindung oder Zahl der Kinder vorliegen und andere wie Lohnsteuer und Krankenversicherung elektronisch übermittelt werden. Um das alles nutzen zu können, muss man sich aber einmal unter Elsteronline.de registriert und ein elektronisches Zertifikat beantragt haben.

„Das Finanzamt weiß aber nicht alles“, warnt Markus Fischer von der Stiftung Warentest. Deshalb sollte auch niemand die vorausgefüllte Erklärung einfach abgeben, sondern sie durch die Angaben ergänzen, mit denen sich Steuern sparen lassen. „Das sind zum Beispiel Fahrt- und Reisekosten, Ausgaben für Kinderbetreuung oder Handwerker.“

Wer die Software der Finanzverwaltung nutzt, „muss wissen, wo welche Angaben gemacht werden müssen“, erklärt Fischer. „Elster hilft einem nicht bei der Steuererklärung, kommerzielle Software hat dagegen diesen Anspruch.“ Genauso wie bei Hilfe-Apps bestehe ihre Grundidee darin, dem Nutzer die richtigen Fragen zu stellen.

Fehler-Wahrscheinlichkeit ist bei Elster sehr groß

Dass dieser Unterschied Geld kosten kann, zeigt ein Versuch der „Computerbild“ (Ausgabe 6/16): Leser setzten sich unter Aufsicht an den Computer und gaben ihre Steuerdaten ein. „Allen rechnete Elster eine geringere Steuererstattung aus als die kommerziellen Programme“, fasst „Computerbild“-Redakteur André Hesel das Ergebnis zusammen. Ein weiterer Elster-Kritikpunkt: „Manchmal wurden wegen der fehlenden Nutzerführung Daten falsch eingetragen.“ Zudem wiesen Kaufprogramme auf Pauschalen etwa für Kontoführung hin – Elster nicht.

„Elster ist nicht intuitiv zu bedienen“, bestätigt auch „Finanztest“-Experte Fischer. Wer aber bereits früher mit den Formularen fertig geworden sei, komme auch mit Elster klar und spare Zeit und Papier. So müssen etwa bei elektronischer Übermittlung weniger Belege an die Behörde geschickt werden. Und wenn die digitale Erklärung rechtzeitig auf dem Finanzamtsserver angekommen ist, dürfen fehlende Belege auch später nachgereicht werden.