San José - Kurz bevor alles aufflog, all die Lügen und Halbwahrheiten, der ganze Betrug, trat Elizabeth Holmes vor ihre Angestellten und tanzte zu MC Hammers „U Can’t Touch This“. Es war ein ungewöhnlicher Anblick: Holmes, CEO von Theranos, einem Unternehmen, dessen Wert auf neun Milliarden Dollar geschätzt wurde, war bekannt für ihre Ernsthaftigkeit. Im Silicon Valley nennen sie solche Unternehmen „Unicorns“, Einhörner, weil ein Erfolg in dieser Größenordnung so selten ist. Und Holmes’ hatte hart für diesen Erfolg gearbeitet, hatte mit 19 ihr Studium in Stanford abgebrochen, um Theranos zu gründen und ihre Vision zu verfolgen: mit einer neuen Technologie an einem Tropfen Blut Hunderte Bluttests durchzuführen, schnell und günstig. Eine Revolution im Gesundheitssystem. Damit hatte sie alle überzeugt: Investoren, Staatsmänner und die Drogeriekette Walgreens, die Theranos’ Tests bereits in Dutzenden Filialen anbot.

Zuvor hatten Wissenschaftler zwar Zweifel laut werden lassen, kritisiert, dass Theranos geheim hielt, wie genau die Tests funktionierten. Doch an diesem Tag im Juli 2015 spielte das keine Rolle. Die Arzneimittelbehörde FDA hatte einen der Bluttests genehmigt, und dafür ließ Holmes sich feiern. An ihrer Seite tanzte Sunny Balwani, Betriebsleiter und ihr Geliebter. Für die Party hatten sie eine Hüpfburg aufstellen lassen. Es gibt ein Video, in dem zu sehen ist, wie Holmes und Balwani darin herumtollen wie Kinder.

Lesen oder hören Sie doch weiter.

Erhalten Sie unbegrenzten Zugang zu allen B+ Artikeln der Berliner Zeitung inkl. Audio.

1 Monat kostenlos.

Danach 9,99 € im Monatsabo.

Jederzeit im Testzeitraum kündbar.

1 Monat kostenlos testen

Sie haben bereits ein Abo? Melden Sie sich an.

Doch lieber Print? Hier geht’s zum Abo Shop.