Berlin - Über Kryptowährungen wie den Bitcoin werden allerlei Mythen verbreitet. Eine davon ist: Der Bitcoin-Kurs steht und fällt mit den Tweets von Tesla-Gründer Elon Musk. Hoch gehandelt werden Annahmen wie diese vor allem in Bullenmärkten, also solchen Phasen, in denen der Kurs des Bitcoins über eine bestimmte Zeitdauer insgesamt betrachtet gestiegen ist - wie aktuell seit Dezember 2020. 

Im Grunde muss man über Kapitalmärkte, und insofern auch Kryptomärkte, vor allem verstehen, dass an ihnen Aufmerksamkeit gehandelt wird. Auf Bewegung am Markt folgt das Interesse zur Investition. Kleinanleger verpassen dabei oft das Renditezenit eines Assets, nehmen aber hier und da kleine Effekte mit. Sie setzen vor allem auf sichere Deals. Für die großen Mitspieler im Markt, die institutionellen Anleger, löst hingegen das Gegenteil Kaufreflexe aus: Volatilität. Wenn Asset-Kurse springen, ist die Gefahr am höchsten, am Markt liquidiert zu werden, also eine Investition zu verlieren. Volatile Märkte sind aber auch solche, in denen sich am meisten verdienen lässt.

Überdeutlich haben wir letzteren Effekt dieses Jahr an den Kursschwankungen diverser Kryptowährungen gesehen. Und genau so ist Elon Musks Einfluss auf die Kryptowelt zu verstehen. Im Prinzip ist Musk vor allem ein Strohmann für eine Reihe im großen Stil investierter Anleger, die im Hintergrund der Entwicklungen am Kryptomarkt an dessen Volatilität verdienen. Das hat auch die Finanzaufsicht verstanden und wird bald mit Regulierungen nachziehen. Im Moment profitieren große Anleger vor allem vom Bitcoin als Schattenmarkt. Dem dürften die Aufsichtsbehörden ein Ende bereiten.