Elon Musk will angeblich den Chefsessel bei Tesla räumen

Das behauptet ein Mitarbeiter bei einem Prozess in den USA. Tesla-Fans bringen sogar ehemaligen VW-Chef ins Spiel. Das Chaos bei Twitter geht indessen weiter.

Tesla-Chef Elon Musk in seiner Gigafactory im ostbrandenburgischen Grünheide.
Tesla-Chef Elon Musk in seiner Gigafactory im ostbrandenburgischen Grünheide.dpa/Patrick Pleul

Elon Musk ist zwar der reichste Mann der Welt, aber von Freizeit hält er nicht viel. Es heißt, er sei ein wahrer Workaholic und behauptet von sich ganz gern, dass er nur vier Stunden Schlaf benötigt und auch mal gern im Büro nächtigt. Das hat er angeblich auch auf der Baustelle der ersten europäischen Gigafactory im ostbrandenburgischen Grünheide getan.

Der 51-Jährige ist derzeit Chef des Elektroautobauers Tesla, daneben führt er sein Raumfahrtunternehmen SpaceX und seit einigen Wochen den Kurznachrichtendienst Twitter, wo er gerade die Hälfte der Belegschaft gefeuert hat. Offensichtlich ist es selbst ihm zu viel Arbeit. Denn angeblich will der gebürtige Südafrikaner den Posten als Vorstandsvorsitzender bei Tesla abgeben.

So berichtet es zumindest die Frankfurter Allgemeine Zeitung und bezieht sich dabei auf einen Gerichtsprozess in den USA. Nach Angaben der Zeitung ging es bei der Verhandlung im Bundesstaat Delaware um die Bezüge vom Musk. Dort sagte auch James Murdoch als Zeuge aus. Er ist Mitglied des Verwaltungsrats von Tesla. Angeblich soll Musk in den vergangenen Monaten einen möglichen Nachfolger als Vorstandsvorsitzender ausgesucht haben. Namen nannte Murdoch nicht. Laut FAZ ist auch unklar, wie konkret die Pläne sind und wann ein Führungswechsel vollzogen werden könnte.

Im Fan-Magazin Teslamag wird schon länger spekuliert, ob nicht auch Herbert Diess den Posten übernehmen könnte. Er war bis August Chef bei VW.

Die Twitter-Übernahme wird geprüft

Musk soll auch selbst vor Gericht erschienen sein und gesagt haben, dass er derzeit die meiste Zeit mit Twitter beschäftigt sei. Angeblich wolle er das aber nicht auf Dauer machen und suche auch dort jemanden für die Führung des Unternehmens.

Bei dem Prozess geht es nach Angaben der FAZ darum, dass ein Aktionär Klage eingereicht hat, weil Tesla zu viel Geld an Musk gibt. Musk bekommt weder Grundgehalt noch Boni, sondern Aktienpakete, deren Höhe an den Umsatz und Gewinn geknüpft sind.

Elon Musk hat Twitter für etwa 44 Milliarden Dollar übernommen und bekam dafür offenbar Geld von einem saudischen Prinzen, aus Katar und der einst in China gegründeten Kryptowährungsbörse Binance. Die Übernahme wird deshalb nun in den USA überprüft.

Nach Medienberichten sind derzeit bei Twitter die Büros bis Montag dicht, denn Musk soll nach Angaben des Nachrichtenkanals Bloomberg den bislang nicht gekündigten Mitarbeitern eine Ultimatums-Mail geschickt haben. Darin heißt es: „Damit Twitter erfolgreich ist, müssen wir extrem hardcore sein.“

Es gebe bei der Mail nur die Möglichkeit, mit „Ja“ zu antworten. Wer das Online-Formular nicht ausfülle, akzeptiere eine Drei-Monats-Abfindung und sei entlassen. Von den bislang nicht gekündigten Mitarbeitern gehen nun angeblich sehr viele. Das Unternehmen soll bis Montag erst mal alle Büros geschlossen haben.