Energiesparen: Beratung bei Unternehmen und Kommunen begehrt

Wie können Unternehmen und Kommunen ihren Energieverbrauch reduzieren? Experten der Wirtschaftsförderung beraten dazu vor Ort. Und der Bedarf wächst in der E...

ARCHIV - Das Logo der Wirtschaftsförderung Brandenburg.  a/Archivbild
ARCHIV - Das Logo der Wirtschaftsförderung Brandenburg. a/ArchivbildPatrick Pleul/dpa-Zentralbild/dp

Potsdam-Unternehmen und Kommunen in Brandenburg haben in der Energiekrise weiter hohen Beratungsbedarf zu Einsparmaßnahmen. Die Energieagentur Brandenburg verzeichnete nach eigenen Angaben allein in den ersten elf Monaten des Jahres 266 Direktberatungen vor Ort. Zum Vergleich: Im gesamten Jahr 2021 waren es 167 Beratungen.

„Die Themen Energie- und Ressourceneffizienz werden aktuell bei uns ganz stark nachgefragt“, sagt Energieexperte Sebastian Saule der Deutschen Presse-Agentur. In der Vergangenheit sei dazu viel Überzeugungsarbeit nötig gewesen, nun sei das Thema in der Krise ein „echter Renner“. Die Energieagentur berät seit mehr als 20 Jahren Unternehmen und Kommunen zu Energiesparmöglichkeiten. Die Agentur ist in der Wirtschaftsförderung Brandenburg (WFBB) angesiedelt.

Sie empfiehlt Unternehmen unter anderem, ein Energiemanagement aufzubauen. „Damit lässt sich erheblich bei Wärme und bei Strom sparen“, erklärt WFBB-Geschäftsführer Saule. Für eine Reihe Investitionen in Gebäude oder Anlagentechnik gebe es Fördermöglichkeiten.

Vor allem kleinere und mittlere Unternehmen bekämen mit einer neuen ISO-Norm 50005 zum Energiemanagement eine Grundlage an die Hand, erklärt Saule. Das seien internationale Standards, die für Unternehmen nicht verpflichtend seien, aber Orientierung böten. „Diese neue ISO-Norm ist so niedrigschwellig, dass es für Unternehmen fast ein Selbstläufer ist, sich damit zu beschäftigen“, sagt er. Zudem spiele das Thema Nachhaltigkeit beim Verbraucher eine immer größere Rolle und sei somit auch Verkaufsargument.

Der Experte räumt aber auch ein: Die Kapazitäten für eine Unterstützung sind mit Blick auf Fachkräfte und Finanzierung nicht so einfach. Ein Energiemanagementsystem sei auch bei Kommunen ein finanzielles Thema, müsse aber langfristig betrachtet werden, um es mit in den nächsten Haushalt zu nehmen oder eine Förderung zu beantragen. „Schon auf mittlere Sicht können Städte und Gemeinden durch Energieeinsparungen bares Geld sparen“, schätzt Saule ein.

Auf Interesse stößt ihm zufolge auch das Angebot der Energieagentur zum richtigen Lüften für alle Brandenburger Schulen. Bislang haben 300 Schulen die Aushänge bestellt. „Richtiges Heizen und Lüften in der kalten Jahreszeit kann einen erheblichen Beitrag zu einem energiesparenden Gebäudebetrieb leisten und wirkt sich damit unmittelbar auf die Heizkosten aus, sagt Saule.

Neben den Energieeffizienz-Maßnahmen sehen die Experten im weiteren Ausbau der Erneuerbaren Energien in Brandenburg einen wichtigen Schritt, um die Abhängigkeit von Energie-Importen zu verringern. Sonne, Wind, Geothermie und Biomasse entwickelten sich seit Jahren zum Rückgrat der Energieversorgung, stellt Fachmann Saule fest. Pro Kopf sei Brandenburg in Sachen Erneuerbare bei der Windenergie Bundesspitze, bei Photovoltaik liege das Land an zweiter Stelle.

Die Energieagentur der WFBB unterstützt Unternehmen und Kommunen auch auf diesem Gebiet. Ein Einstieg sei etwa der Solaratlas Brandenburg, in dem sich jeder Interessierte über das Potenzial seiner Dach- oder Freifläche für Photovoltaik oder Solarthermie informieren könne. Seit der Online-Schaltung des Portals im April hat die Energieagentur Brandenburg nach eigenen Angaben rund 200.000 Zugriffe verzeichnet.