Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) hat einen Neustart bei der Energiewende angekündigt. Details sind noch nicht bekannt. Die große Koalition hat aber schon einmal festgelegt, dass der Ausbau der erneuerbaren Energien verlangsamt werden soll. Dies bringt nach einer Studie des Forums Ökologisch-Soziale Marktwirtschaft (FÖS) den Verbrauchern aber kaum finanzielle Entlastungen.

In der schwarz-roten Koalitionsvereinbarung sind sogenannte Ausbaukorridore festgeschrieben. 2025 soll Öko-Energie einen Anteil von 40 bis 45 Prozent am Strommix haben. Das bedeutet, dass jährlich die Stromerzeugung aus erneuerbaren Quellen nur noch um maximal sieben Terawattstunden steigen darf. So steht es in einer Studie, die das FÖS im Auftrag der grünen Bundestagsfraktion erstellt hat. In der Vergangenheit lief der Ausbau der Erneuerbaren erheblich rasanter. In den Jahren von 2010 und 2012 gab es eine durchschnittliche jährliche Zunahme von 19 Terawattstunden. Zwischen 2005 bis 2012 waren es immerhin elf Terawattstunden. Der geplante Ausbaukorridor sieht gegenüber diesem Zeitraum nach den FÖS-Berechnungen eine Verringerung der Geschwindigkeit um 38 Prozent vor.

Das angemessene Tempo ist der wichtigste Diskussionspunkt bei der Energiewende. Just in den Jahren 2010 bis 2012 wurde durch überhöhte Einspeisevergütungen ein Boom bei den Sonnenstromanlagen erzeugt. Dies führte zu massiven Aufschlägen bei der Ökostromumlage, die die Stromkunden aufbringen müssen. Hauptargument für ein Bremsen der Erneuerbaren ist deshalb, diese Umlage zu stabilisieren. Sie beträgt seit Jahresbeginn 6,24 Cent pro Kilowattstunde.

Doch für die Umlage bringe ein verlangsamter Ausbau kaum Einsparungen, heißt es in der FÖS-Studie. Ein Standardhaushalt werde 2015 nur rund 50 Cent pro Monat weniger zahlen, wenn der Ausbau gemäß der Koalitionsvereinbarung um gut ein Drittel gegenüber einer Fortschreibung des Trends der Jahre 2005 und 2012 zurückgefahren werde.

Für Oliver Krischer, Vize-Fraktionschef der Grünen, steht fest: „Kosten können jedenfalls nicht das Argument für ein Ausbremsen von Wind und Sonne sein.“ Statt in Sonne und Wind zu investieren, wollten Kanzlerin Angela Merkel und Gabriel weiter Milliarden für ineffiziente Kohlekraftwerke und Kohleimporte ausgeben.