Entschädigungen für Airline-Kunden: Schnelle Hilfe für Flugreisende

Berlin - In New York einen Tag hängengeblieben, weil die Lufthansa-Maschine ausfiel? Urlaubsgepäck am Reiseziel nicht angekommen? Flug wurde umgeleitet, acht Stunden Verspätung? Bisher müssen sich Reisende in solchen und ähnlichen Fällen mit den Fluggesellschaften auseinandersetzen, um wenigstens eine Entschädigung herauszuschlagen. Nicht selten ist das ein steiniger Weg, mitunter mit aufreibendem Prozess und Kosten-Risiko.

Start am 1. November

Ab 1. November wird es für Airline-Kunden deutlich leichter, ihre Interessen durchzusetzen: Wie der Bundesverband der Luftverkehrswirtschaft am Dienstag mitteilte, werden alle großen deutschen Airlines von Lufthansa bis Tuifly der Schlichtungsstelle für den öffentlichen Personenverkehr (SÖP) beitreten. Auch der Verband der mehr als 100 in Deutschland tätigen ausländischen Airlines empfiehlt dies seinen Mitgliedern. Als einzige Fluggesellschaft war bisher lediglich Billigflieger Ryanair Mitglied der vor drei Jahren neu organisierten Schlichtungsstelle.

„Wir beraten Kunden, die sich mit ihren Ansprüchen bei den Reiseunternehmen nicht durchsetzen können“, sagte SÖP-Geschäftsführer Heinz Klewe der Berliner Zeitung. „In der Regel führen wir eine außergerichtliche Schlichtung zwischen den Kunden und den Unternehmen herbei.“ Bisher gehören der SÖP Eisenbahnen, Bus- und Schifffahrtsunternehmen und eben Ryanair an. „Mit der Zusage der anderen Airlines wird die Anzahl der Schlichtungsfälle sicher deutlich zulegen“, sagte Klewe.

Geltend machen können Flugpassagiere ihre Ansprüche ab dem 1. November. Zuerst müssen sie sich mit ihren Beschwerden aber an die Airline wenden. Lehnt die Schadenersatz ab oder reagiert innerhalb von zwei Monaten nicht, kann die SÖP eingeschaltet werden. „Die Schlichtung ist in jedem Fall für den Kunden kostenlos“, betonte Klewe.