Berlin - Mit einem „Green New Deal für Erneuerbare Energien und Energieeffizienz“ könnte die griechische Wirtschaft nach Ansicht der Grünen im Bundestag dauerhaft wieder auf die Beine kommen und Staat und Unternehmen entlasten. Der Plan greift den naheliegenden Gedanken auf, in Griechenland zu nutzen, was es dort im Überfluss gibt: Sonne und Wind zur Stromerzeugung.

Importe des Landes sind überdurchschnittlich hoch

Bislang zählt Griechenland mit Blick auf die Energieversorgung zu den Dinosauriern in der EU: 54 Prozent des gesamten griechischen Energiebedarfs wird durch importiertes Erdöl gedeckt, in Deutschland ist es nur gut ein Drittel. Insbesondere auf den Inseln liefern ineffiziente und kostspielige Dieselgeneratoren den Strom. Die Abhängigkeit von eingeführten Brennstoffen betrifft aber nicht nur Öl, sondern auch Gas und Kohle. Importe decken fast zwei Drittel des landesweiten Energiebedarfs ab. Im EU-Durchschnitt sind es nur 53 Prozent.

Import-Abhängigkeit kommt Griechenland teuer zu stehen

Der griechischen Wirtschaft kommt diese Abhängigkeit teuer zu stehen, wie die grünen Bundestagsabgeordneten Oliver Krischer, Annalena Baerbock, Manuel Sarrazin und Kai Gehring in ihrem Thesenpapier aufzeigen. Allein 700 Millionen Euro wende der griechische Staat jährlich auf, um den teuren Diesel getriebenen Inselstrom herunter zu subventionieren. Zwischen 2008 und 2013 sei der Strompreis in Hellas um 60 Prozent gestiegen. Zudem trügen die Milliarden schweren Energieimporte entscheidend zum Handelsbilanzdefizit – und damit zur hohen Staatsverschuldung – bei. „Ohne Ölrechnung wäre Griechenlands Import-Export-Saldo nahezu ausgeglichen“, heißt es in dem Papier.

Anteil der dezentralen Versorgung derzeit noch sehr gering

Um die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffimporten zu verringern schlagen die Grünen eine dezentrale Versorgung mit  Sonnen-, Wasser und Windenergie vor. Mit jährlich 300 Sonnentagen und stabilen Windverhältnissen sei Griechenland für die Nutzung erneuerbarer Energien geradezu prädestiniert. Bisher liege der Anteil der Sonnenenergie an der Stromerzeugung aber erst bei zwölf Prozent, Windparks spielten so gut wie keine Rolle, während das einst hochgelobte Helios-Projekt im sonnenärmeren Norden Griechenlands wegen fehlender Planungssicherheit und politischer Instabilität mittlerweile auf Eis liege.

Vor diesem Hintergrund fordern die Grünen eine Absicherung von Investitionsrisiken durch die europäische Investitionsbank. Athen müsse überdies die im EU-Investitionsfonds und Strukturfonds bereits gestellten Mittel abrufen, um die Energiewende anzukurbeln. Brüssel könne durch nationale Zielvorgaben zum Ausbau erneuerbarer Energien ebenfalls zur Planungssicherheit beitragen. Dezentrale Solar- und Windanlagen stärkten regionale Handwerksbetriebe und Dienstleister, die für Wartung und Instandhaltung der Anklagen benötigt würden. Zugleich dürfe die bundeseigene Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) nicht länger den Bau von Braunkohlkraftwerken in Griechenland fördern.