Die Milch aus Erbsenproteinen.
Foto: Vlyfood

Berlin - Der Markt für pflanzliche Milchalternativen wächst. Biomilchimitate sind in den vergangenen Jahren häufiger nachgefragt worden. So sind laut der Agrarmarkt Informationsgesellschaft (AMI) im Jahr 2018 insgesamt 78 Millionen Liter von privaten Haushalten gekauft worden, 2015 waren es den Zahlen nach 60 Millionen Liter.

Und auch die Palette der Alternativen zur tierischen Kuhmilch wird breiter: In den Supermarktregalen finden sich Hafer-, Soja-, Reis-, Hanf- oder Mandelmilch. Eher noch in der Nische befinden sich außerdem Milchimitate aus Erbsenproteinen. Ein Berliner Start-up, das dieses milchartige Produkt vertreibt, ist Vly. Gerade erst hat der Verkauf in den ersten Berliner Supermärkten begonnen.

„Wir wollten ein Milchprodukt schaffen, dass von den Nährstoffen mindestens genauso gut oder besser ist als Kuhmilch, aber viel weniger Ressourcen verbraucht“, sagt Nicolas Hartmann, einer der drei Gründer von Vly. Damit ist der Ansatz ein ähnlicher wie der von Produzenten anderer Milchimitate: Alternative Milch soll weniger Ressourcen verbrauchen. Denn gerade Kuhmilch erzeugt viel umweltschädliches Kohlenstoffdioxid. Laut Hartmann sei der Verbrauch von CO2 bei der Gewinnung von Erbsenproteinen 15-mal geringer als bei der Kuhmilch.

Vorreiter aus den USA

Sojamilch soll laut einer schwedischen Studie von 2009 nur 24 Prozent an Treibhausgasen im Vergleich zu Kuhmilch erzeugen, allerdings ist der Energieverbrauch in der Produktion fast genauso hoch wie bei der Kuh. Eine aktuelle vergleichende Studie aller Milchalternativen gibt es noch nicht, besser als Kuhmilch schneiden in einzelnen Bereichen aber laut verschiedenen wissenschaftlichen Erhebungen alle gängigen Imitatprodukte ab.

Die Erbse von Vly kommt aus Nordfrankreich, produziert wird in Nordrhein-Westfalen. Das Start-up selbst hat seinen Sitz in Berlin.

Unterschiede zu den anderen Milchalternativen gibt es außerdem in den Inhaltsstoffen. „Wir setzen insbesondere auf einen hohen Proteingehalt“, sagt Hartmann.

Durchsetzen müssen sie sich aber nicht nur gegen Hafer, Soja und Co., denn obwohl Erbsenprotein-Milch wohl noch nicht in aller Munde ist, gibt es bereits Konkurrenz. Der große Vorreiter kommt mit der Firma Ripple aus den USA. Aber auch in Deutschland gibt es mit der Marke „Princess and the pea“ von der Firma Drinkstar bereits ein Erbsenprotein-Milchprodukt. Dennoch sind die jungen Unternehmer von Vly optimistisch. Die Produktpalette soll schon bald erweitert werden: Auf Quark und Joghurt – natürlich alles auf der Basis von Erbsenproteinen.