Die EU geht davon aus, dass der Durchbruch bei der Entwicklung eines Corona-Impfstoffs schon bald zu einem konkreten Ergebnis führt.

Einer der Leiter der entsprechenden EU-Steuerungsgruppe, der Sonderbeauftragte für Gesundheit der österreichischen Bundesregierung, Clemens Martin Auer, sagte der Berliner Zeitung: „Wir rechnen damit, dass die Zulassung für das Medikament in den nächsten Wochen kommt. Der früheste Zeitpunkt dürfte Mitte Dezember sein.“

Ab dann seien die Pharmafirmen „lieferfähig“. Die EU hat über die Steuerungsgruppe laut Auer 200 Millionen Dosen Impfstoff bei Biontech vorbestellt, mit einer Option auf weitere 100 Millionen Dosen. Die Verträge würden „in den kommenden Tagen“ unterzeichnet. Über den Preis wollte Auer keine Auskunft erteilen. Er sagte aber, der Preis sei „sehr günstig“ gewesen.

Laut Auer ist die europäische Arzneimittelaufsicht EMA „völlig frei in der Entscheidung, ob sie die Zulassung erteilt oder nicht“. Die Firma BionTech müsse nun die „Ergebnisse ihrer Entwicklung im Studiendesign der EMA vorlegen“.

Allgemein wird in der EU allerdings erwartet, dass die EMA zuversichtlich ist, dass die Impfstoffe die Zulassung erlangen  werden. Auer sagte, er hoffe, dass es nicht zu einem „Wettlauf der Zulassungbehörden“ kommen werde. Neben der EMA müssen die Impfstoffe unter anderem auch in den USA und in Großbritannien eigene Zulassungsverfahren durchlaufen. Der Sonderbeauftragte sagte, man gehe davon aus, dass auch AstraZeneca und Johnson + Johnson in der ersten Jahreshälfte sowie Moderna bis Ende 2020 die Zulassung erhalten werden.

Auer: „Wir gehen davon aus, dass wir spätestens im zweiten Quartal 2021 mit den Impfungen in die Breite gehen können.“ Der Impfstoff wird in den EU-Staaten anteilig verteilt. Demnach hat kein Land ein Vorrecht, auch größere Länder wie Deutschland oder Frankreich werden nicht bevorzugt behandelt.

Auer erwartet, dass die EU mehr Impfdosen gekauft haben dürfte als am Ende tatsächlich benötigt werden: „Das ist aber kein Problem, weil wir das Recht haben, die nicht benötigten Impfdosen weiterzuverkaufen. Dies wird über die WHO oder andere internationale Organisationen wie GAVI in koordinierter Weise geschehen.“ Auer betonte die gute Zusammenarbeit der EU-Staaten beim gemeinsamen Beschaffungsprozess.