Maschinen der Air France.
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Der Zusammenbruch des Luftverkehrs in der Corona-Krise hat die British-Airways-Mutter IAG und die französisch-niederländische Air France-KLM schwer erwischt. Verluste in Milliardenhöhe und düstere Aussichten für die nächsten Jahre treiben die Konzernspitzen zu drastischen Maßnahmen und herben Einschnitten. Zu IAG gehören neben British Airways auch die spanischen Fluggesellschaften Iberia und Vueling sowie die irische Aer Lingus.

Die niederländische Air-France-Schwester KLM will 5000 Mitarbeiter abbauen. Air France hat bereits angekündigt, bis bis zum Jahr 2022 rund 7500 Stellen zu streichen. Damit der Konzern die Krise überhaupt überlebt, haben die Regierungen von Frankreich und den Niederlanden Kredite in Milliardenhöhen zur Verfügung gestellt. Auch bei IAG stehen Tausende Jobs auf der Streichliste – und der Konzern braucht zusätzliches Geld. Jetzt will IAG-Chef Willie Walsh die Bilanz mit einer Kapitalerhöhung von bis zu 2,75 Milliarden Euro stärken, wie IAG am Freitag ankündigte. British Airways hat all ihre 32 Jumbo-Jets vom Typ Boeing 747 mit sofortiger Wirkung stillgelegt, und Iberia verabschiedet sich von ihren 15 Airbus A340.

Weil sich der Flugverkehr auf der Langstrecke noch langsamer erholen dürfte als im Europaverkehr, sieht IAG keinen Sinn darin, die Maschinen überhaupt noch einzusetzen. Air France-KLM hat bereits im Mai beschlossen, ihre neun Riesenjets vom Typ Airbus A380 auszumustern und nimmt wie Iberia auch die A340-Reihe aus ihrer Flotte. Die Entscheidungen schlugen im zweiten Quartal mit fast 600 Millionen Euro negativ zu Buche. Air France-KLM hatte bereits vor der Corona-Krise mit Schwierigkeiten zu kämpfen und schon im ersten Halbjahr 2019 rote Zahlen geschrieben. (BLZ mit dpa)