Berlin - Es war ein mit Spannung erwarteter Auftritt. Die Märkte blickten am Donnerstag gebannt in Richtung Frankfurt. Dort tagte der Rat der Europäischen Zentralbank (EZB). Normalerweise ist die Vorstellung der geldpolitischen Strategie ein Termin, der vor allem Fachpublikum interessiert. Doch diesmal war es nicht so. Denn die EZB hat sich neu positioniert. Manche Beobachter sprechen bereits von einem „historischen“ Kurswechsel – auch wenn sich in der aktuellen Geldpolitik zunächst nichts ändert. 

Als Zentralbankpräsidentin Christine Lagarde am Nachmittag vor die Presse trat, war bereits klar: Es bleibt bei der lockeren Geldpolitik. Die Leitzinsen verharren auf dem Rekordtief von null Prozent, und auch das Corona-Notprogramm wird unverändert fortgesetzt – bis mindestens Ende März 2022. Zugleich müssen Banken einen Strafzins von 0,5 Prozent zahlen, wenn sie überschüssige Gelder bei der EZB parken. „Die Erholung der Wirtschaft im Euroraum ist auf Kurs“, sagte EZB-Präsidentin Lagarde. „Doch die Pandemie wirft weiterhin einen Schatten, zumal die Delta-Variante eine wachsende Quelle der Unsicherheit darstellt.“ Frei übersetzt heißt das: Die EZB fährt weiterhin auf Sicht – und will die Zügel der Geldpolitik nicht zu früh straffen. Also alles wie gehabt?

Lesen oder hören Sie doch weiter.

Erhalten Sie unbegrenzten Zugang zu allen B+ Artikeln der Berliner Zeitung inkl. Audio.

1 Monat kostenlos.

Danach 9,99 € im Monatsabo.

Jederzeit im Testzeitraum kündbar.

1 Monat kostenlos testen

Sie haben bereits ein Abo? Melden Sie sich an.

Doch lieber Print? Hier geht’s zum Abo Shop.