Markus Braun.
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MünchenDer festgenommene frühere Wirecard-Chef Markus Braun kommt gegen Kaution von fünf Millionen Euro weder auf freien Fuß. Das berichtet die Nachrichtenagentur dpa. Das Amtsgericht hat den Haftbefehl gegen Auflagen außer Vollzug gesetzt, wie die Staatsanwaltschaft München am Dienstag mitteilte. 

Die Staatsanwaltschaft München hatte nach eigenen Angaben am Montag bei der zuständigen Ermittlungsrichterin des Amtsgerichtes München einen Haftbefehl gegen Braun beantragt und erhalten; Braun habe sich noch am Montagabend der Staatsanwaltschaft gestellt. Er war erst am Freitag im Skandal um fehlende 1,9 Milliarden Euro in der Unternehmensbilanz zurückgetreten.

Wirecard steckt in einem milliardenschweren Bilanzskandal. In der Nacht zum Montag musste der Konzern einräumen, dass Bankguthaben auf Treuhandkonten in Höhe von insgesamt 1,9 Milliarden Euro „mit überwiegender Wahrscheinlichkeit nicht bestehen“.

Die Zukunft von Wirecard hängt nun vom Wohlwollen der Banken ab. Die Wirecard-Aktie befindet sich seit Donnerstag auf einer steilen Talfahrt. Da hatte das Unternehmen die Vorlage seiner Bilanz für 2019 ein weiteres Mal verschieben müssen. Am Dienstag legte der Aktienkurs nach der jüngsten steilen Talfahrt wieder zu.

Wirecard braucht Lizenz für Geschäfte in Singapur

Der Zahlungsdienstleister Wirecard soll seine Geschäfte laut dpa in Singapur mit einer eigenen Lizenz in dem Land am Laufen halten. Ein entsprechender Antrag des Unternehmens sei bei Singapurs Zentralbank eingegangen, teilte die dortige Finanzaufsicht MAS am Dienstag auf Anfrage mit. Die Behörde verlange von dem Unternehmen eine solche Lizenz nach dem neuen Gesetz für Zahlungsverkehrdienste, teilte ein Sprecher mit. Vorerst arbeite Wirecard mit einer Ausnahmeregelung.

Bisher wird das Geschäft des Dax-Konzerns in dem Land nicht von der MAS beaufsichtigt. Wirecard wickelt dort Zahlungen von Händlern ab und unterstützt Unternehmen bei der Ausgabe von Prepaid-Karten. In Singapur sitzt Wirecards Zentrale für die Asien-Pazifik-Region, in der der Konzern nach veröffentlichten Zahlen für 2018 fast 45 Prozent seiner Erlöse erzielte. Nur das Europageschäft war größer.