Berlin - Egal ob auf YouTube, Facebook oder bei der Suchmaschine: Wer die Plattform bereitstellt, entscheidet was gesehen, gelesen und besprochen wird – und auch was nicht. Die großen Technologieunternehmen hatten bis jetzt kein Interesse daran, die Nutzer an diesen Umstand zu erinnern, sie präsentieren sich lieber als scheinbar neutrale Mittler, der allenfalls bei groben Rechtsverletzungen und anstößigen Inhalten einschreiten.

Die Ankündigung von Facebook, Nachrichten in Australien künftig gleich komplett zu sperren, weil man die Verlage für die Verlinkung von Inhalten nicht vergüten will, zerstört diese Illusion – eine überraschend ungeschickte Entscheidung: Sie führt zu einem erheblichen Reputationsverlust für Facebook und gibt der Debatte um die Macht der großen Plattformanbieter neuen Aufwind. Letztlich wird auch Facebook als soziales Netzwerk infrage gestellt, denn anders als Suchmaschinen sind soziale Netzwerke auf externe Inhalte angewiesen, um als Debattenräume überhaupt zu funktionieren. Wer künftig mediale Ereignisse in Australien diskutieren will, wird auf Katzen-, Känguru- und Urlaubsbilder zurückgeworfen – Facebook vergrault so seine Nutzer.

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