Soziale Medien werden als kostenlos beworben. Egal, ob Facebook, Twitter oder Youtube – jeder kann sich ohne Mitgliedsbeitrag registrieren. Der Schein trügt: Nutzer „zahlen“ für die Verwendung mit den Daten, die Sie eingegeben haben. Aber: Der Zugriff auf die persönlichen Daten lässt sich zumindest einschränken.

Werbetreibende sind daran interessiert, ein möglichst umfassendes Bild ihrer Kunden zu bekommen. Sie direkt zu fragen, ist allerdings zeitaufwendig und auch sehr teuer. An dieser Stelle kommen die Netzwerke ins Spiel: Sie sind so gestaltet, dass es den Mitgliedern leicht fällt, von sich und den eigenen Aktivitäten zu erzählen. Die werden aber gesammelt und entweder direkt an Unternehmen verkauft oder genutzt, um diese dazu zu bewegen, gezielt Werbung zu schalten (Data Mining).

Die Daten werden unter anderem verwendet, um Werbung zu personalisieren. An die Daten kommen die Betreiber, indem die Aktivitäten der Nutzer im Netzwerk und auf externen Seiten im gleichen Browser überwacht und registriert werden, um dann etwa den Freunden der Mitglieder Empfehlungen auszusprechen, interessante Gruppen oder Seiten zu empfehlen – dabei geben aber die Nutzer weitere Informationen über sich preis – und Nutzerverhalten im großen Stil zu analysieren und Vorhersagen über Trends und Muster zu machen („Big Data“).

Datenbremse aktivieren

Dieser Auswertung kann man nicht entgehen, wenn man in sozialen Netzwerken angemeldet ist. Es lässt sich aber das Sammeln der Daten ein wenig einschränken, zum Beispiel mit der Chrome-Erweiterung ScriptSafe oder der Mozilla-Erweiterung NoScript. Eine Alternative ohne Einbindung in den Browser bietet Youronlinechoices.

Wenn man anonym bleiben möchte, verwendet man am besten eine E-Mail-Adresse zur Anmeldung, die extra für die sozialen Netzwerke eingerichtet wurde. Die bestehende E-Mail-Adresse sollte man niemals automatisch nach Kontakten durchsuchen lassen (als Synchronisation bekannt). Das Portal durchforstet damit die gesamte Kommunikation.

Ein Symbolfoto als Profilbild, ein anderes Geburtsdatum und ein Pseudonym stellt sicher, dass die Angaben nicht mit der eigenen Person in Verbindung gebracht werden kann. Auch wenn es in jüngster Zeit immer wieder Meldungen dazu gab: Die Angabe eines Klarnamens wird nur bei Facebook verlangt – und das nur, wenn berechtigte Zweifel an der Inhaberschaft des Kontos bestehen.

Einige Netzwerke bieten darüber hinaus die Möglichkeit, Freunde in Listen oder Kreisen zu verwalten, zum Beispiel „öffentlich“, „Freunde“ oder „Arbeitskollegen“. Damit kann man den Zugang zu jedem Beitrag individuell einstellen. Das ist besonders nützlich, wenn ein Netzwerk sowohl privat als auch beruflich genutzt wird.

Bei vielen Netzwerken sind die Einstellungen so gesetzt, dass ein Teil der Angaben öffentlich ist. Die Möglichkeit, sie schon während des Registrierungsprozesses anzupassen, gibt es allerdings nur selten. Man sollte daher am besten sofort nach dem ersten Login die Einstellungen zur Privatsphäre und zum Datenschutz prüfen und gegebenenfalls ändern.