Die Bänder stehen im BMW-Werk Spartanburg im US-Bundesstaat South Carolina still. 
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MünchenAls einer der ersten Autohersteller hat BMW die Wirkungen auf den Automobilabsatz im Auftaktquartal 2020 dokumentiert. Demnach sind die Verkäufe zwischen Januar und Ende März weltweit über alle Konzernmarken um über ein Fünftel auf noch gut 477.000 Fahrzeuge gesunken. Beginnend mit China im Februar, aber ab März auch in Europa sowie Amerika mussten pandemiebedingt immer mehr Autohändler schließen.

In der EU und den USA sind es aktuell zwischen 70 und 80 Prozent, wobei in Ländern wie Deutschland stationärer Autokauf derzeit komplett untersagt ist. „In China sehen wir mit einem starken Auftragseingang die ersten Anzeichen einer Erholung“, sagt BMW-Vorstand Pieter Nota. Genauer wurde er nicht.

Fast ein Drittel minus auf chinesischem Markt

Auf das ganze Quartal gerechnet geriet der BMW-Absatz im wichtigsten Einzelmarkt China mit fast einem Drittel minus am stärksten unter Druck. In Europa und den USA wurden jeweils knapp ein Fünftel weniger Fahrzeuge der Marken BMW, Mini und Rolls-Royce verkauft. Wie es branchenweit aussieht, zeigt eine Umfrage des Ifo-Instituts für Wirtschaftsforschung. Demnach ist der Nachfrageindex der Autobranche im März beschleunigt auf minus 30,6 Punkte eingebrochen, nachdem er im Februar schon auf minus 13,8 Prozent abgesackt war.

Noch um knapp 14 Prozent auf über 30.000 Fahrzeuge zugelegt hat dagegen im ersten Quartal der Verkauf von Elektroautos des BMW-Konzerns. Das sind damit gut sechs Prozent des geschrumpften Gesamtabsatzes. „Damit sind wir auf Kurs, die Kohlendioxid-Zielwerte der EU zu erreichen“, betonte Nota. Das sehen beileibe nicht alle Autohersteller so. BMW verspüre keine Notwendigkeit, die Zielsetzung für demnächst schärfere EU-Grenzwerte zum Schutz des Klimas auszusetzen, so der Manager.

Zudem prüft BMW nun die Produktion medizinischer Masken zum Schutz vor dem Coronavirus. Wann eine Entscheidung dazu fällt und ob sie auch in Deutschland gefertigt werden könnten, sei noch nicht klar, erklärten Sprecher. Fest steht hingegen, dass der Münchner Autobauer seinen Produktionsstopp in seinen Werken in Europa und Nordamerika wegen der Corona-Pandemie bis zum 30. April verlängert.