Düsseldorf / Berlin - Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel hat einen Magazinbericht über eine Lücke bei den Atomrückstellungen der Energiekonzerne zurückgewiesen. „Es finden in diesen Stunden unverantwortliche Spekulationen zum Stresstest für Kernenergie statt“, sagte Gabriel am Dienstag. „Die aktuellen Zahlenspiele sind keine Grundlage für unser konkretes politisches Handeln“, ergänzte er. „Im Gegenteil: es gibt noch gar keine Ergebnisse des Stresstests.“ Auch einen Entwurf dazu kenne er nicht.
Die in einem Bericht genannte Lücke bei den Rückstellungen für den Abriss und die Entsorgung von Atomkraftwerken von bis zu 30 Milliarden Euro nannte ein Ministeriumsvertreter „völlig unrealistisch“. Die Rheinische Post hatte berichtet, dass dem Energiekonzernen Eon und RWE haben besonders große Lücken beim Stresstest zum Atomausstieg. Dem Eon-Konzern, der bisher gut 16 Milliarden Euro zurückgelegt hat, fehlten laut dem Gutachten-Entwurf neun bis 12 Milliarden Euro, wie die „Rheinische Post“ (Dienstagausgabe) unter Berufung auf Berliner Kreise berichtet. Dem RWE-Konzern, der bisher Atomrückstellungen von gut zehn Milliarden Euro gebildet hat, fehlten demnach 7,5 bis zehn Milliarden Euro. EnBW und Vattenfall kämen ebenfalls auf Milliarden-Lücken. (rtr/ots)