Abstand halten? An den Nordseestränden gibt es genügend Platz – wie hier in den Dünen der Insel Borkum.
Foto: Borkum PR

BerlinAlle an den Strand! Sonne tanken, endlich wieder einmal durchatmen! In Wellen eintauchen, Möwen schreien hören, die dunkelrote Sonne im Meer versinken sehen. Nach den wochenlangen Einschränkungen durch die Corona-Pandemie freut man sich jetzt auf eine frische Nordseebrise. Lesen Sie hier, was Sie erwartet.

Seit dem 25. Mai dürfen Hotels in Niedersachsen  und Schleswig-Holstein wieder Gäste beherbergen. Allerdings nur bis zu einer Auslastung von 60 Prozent. Wenn der Betrieb ausschließlich Geschäftsreisende aufnimmt, dürfen es aber ein paar mehr Personen sein. Neue Allgemeinverfügungen der Landkreise Wittmund, Aurich und Leer in Ostfriesland regeln darüber hinaus weitere Lockerungen, die für die Inseln Borkum, Langeoog, Baltrum, Juist, Norderney und Spiekeroog gelten.

Auch Jugendherbergen, Familienferien- und Freizeitstätten, Jugendbildungsstätten und vergleichbare Einrichtungen dürfen wieder öffnen. Hier dürfen nicht mehr als 60 Prozent der Zahl aller Betten gleichzeitig vermietet werden.

Fahren Sie jetzt nicht spontan an die Nordseeküste

Da es in den nächsten Wochen und in der Feriensaison voraussichtlich kaum freie Kapazitäten auf den Plätzen geben wird, sollten Urlauber auf keinen Fall spontan losfahren, sondern immer im Voraus buchen. Es empfiehlt sich zudem, sich bereits vor der Anreise telefonisch über die dort geltenden Vorschriften zu informieren. Außerdem sollten Camper sich darauf einstellen, dass dieses Jahr viele Abläufe anders sein werden – von einem eingeschränkten Angebot bei der Gastronomie bis hin zu Wartezeiten an den Sanitärgebäuden, da diese nur von einer begrenzten Anzahl von Gästen gleichzeitig genutzt werden dürfen.

Und starten Sie jetzt nicht allzu spontan in Richtung Nordsee – denn über Pfingsten gelten noch besondere Regeln. Wie Nordfrieslands Landrat Florian Lenzen (CDU) bekannt gab, gilt für die Nordseeinseln, die meisten Halligen und auch St. Peter-Ording in der Zeit vom 30. Mai (6 Uhr) bis 1. Juni (20 Uhr) ein Betretungsverbot für Tagestouristen.

Zum Strand von St. Peter-Ording dürfen über Pfingsten keine Tagestouristen.
Foto: St. Peter-Ording PR

Baden im Meer geht immer. „Die Nordsee hat immer geöffnet“, heißt es auf Helgoland. Vielerorts sind die Rettungsschwimmer schon im Einsatz. Aber auch beim Schwimmen gilt ebenso wie beim Sonnenbaden, Strandspaziergang und Sport: Die bekannten Hygieneregeln und Mindestabstände müssen eingehalten werden.

Abstand halten! Das ist auf dem Festland eingeübt und das bringen die Gäste mit.

Göran Sell, Touristik-Gesellschaft Borkum

Um den Mindestabstand in den Strandkörben an Nord- und Ostseestrand einhalten zu können, wurden diese entsprechend platziert. Vor der Nutzung müssen diese zudem desinfiziert werden, wie es etwa auf Sylt heißt. Zudem ist das Aufstellen oder Ablegen von anderen Gegenständen zwischen den Strandkörben nicht erlaubt.

Abstand halten ist Pflicht! „Das ist auf dem Festland eingeübt und das bringen die Gäste mit“, sagt Göran Sell, Geschäftsführer der Touristik-Gesellschaft auf Borkum, der größten ostfriesischen Insel. Viele Orte haben eigene Plakate und Infomaterial mit den geltenden Corona-Regeln erstellt oder Einbahnstraßensysteme am Strandaufgang entwickelt, um die „mit Abstand besten Gäste der Welt“– wie es etwa in Sankt Peter-Ording heißt – an die Gebote der Stunde zu erinnern. Julia Lund von Sylt Marketing hat folgenden Tipp: „Ruhe suchen und Hotspots meiden.“

Manche Inseln bestehen auf einen Mindestaufenthalt

Gleichzeitig gesteht Niedersachsen den Kommunen die Freiheit zu, selbst zu entscheiden, wer die Insel betreten darf. Langeoogs Bürgermeisterin Heike Horn (parteilos) macht zum Beispiel davon Gebrauch. Statt eines Mindestaufenthalts setzt sie auf eine Wiederbelegungsfrist: Wenn jetzt jemand drei Tage auf Langeoog bleibe, müsse danach die Ferienwohnung vier Tage leer bleiben. „Worum es geht, ist ja, dass die Fluktuation eingeschränkt wird“, sagt Horn. Borkum, Juist und Wangerooge verkünden auf ihren Websites, die Unterkunftsmiete für mindestens eine Woche sei Voraussetzung für eine Anreise. Auf Langeoog und auch auf Baltrum müssen die Urlauber also nicht unbedingt eine Woche verbringen – aber für eine Woche ihre Unterkunft buchen. So will die Insel die Fluktuation einschränken.

Unendliche Weiten: Der Kniepsand, der Strand der Insel Amrum, ist zehn Kilometer lang und bis zu 1,5 Kilometer breit.
Foto: Amrum PR

Um sicherzugehen, dass auch nur berechtigte Besucher auf die Inseln kommen, werden Reisende auf den Fähren kontrolliert. Urlauber müssen dann entweder eine Bescheinigung parat haben, dass sie Erst- oder Zweitwohnungsbesitzer sind oder eine Buchungsbestätigung für eine Ferienwohnung oder ein Ferienhaus haben. Menschen, die ihre Verwandtschaft auf der Insel besuchen möchten, müssen auch das nachweisen können.

Touristiker befürchten einen zu hohen Urlauber-Ansturm

„Unser schönes Land mit seinen langen Stränden und dem herrlichen Binnenland samt Nord-Ostsee-Kanal und vielen Seen bietet Platz für alle, aber nicht für alle gleichzeitig in bestimmten Top-Destinationen“, sagte Tourismusminister Bernd Buchholz (FDP). Darum unterstütze die Landesregierung die einzelnen Entscheidungen der Kommunen ohne Wenn und Aber.

Nordfrieslands Landrat Lorenzen erklärte, sein Gesundheitsamt blicke mit Sorge auf manche Hotspots, an denen sich häufig derart große Menschenansammlungen bilden, dass Urlauber den Mindestabstand von anderthalb Metern beim besten Willen nicht einhalten könnten. Beispiele seien die Badbrücke und der Ortskern von St. Peter-Ording oder die Strandpromenaden und Strandübergänge der Inseln. Lorenzen sagte: „In St. Peter-Ording kämen zu 4.000 Einwohnern, 3.000 Zweitwohnungsbesitzern und 13.500 Buchungen in Ferienwohnungen und Hotels noch einmal rund 40.000 Tagesausflügler hinzu.“

Fähren nehmen nur 50 Prozent ihrer Kapazität mit an Bord

Damit beim Übersetzen auf die Nordseeinseln möglichst nichts passiert werden Zu- und Abgänge auf der Fähre und die Verteilung auf dem Schiff kontrolliert. An Bord soll mit Videos und Durchsagen auf die Infektionsgefahr mit dem Coronavirus aufmerksam gemacht – und um Einhaltung der Hygiene- und Abstandsregeln gebeten werden. Fähren werden mit nur 50 Prozent ihrer Kapazität belegt. Urlauber werden gebeten, beim Boarding und beim Verlassen der Schiffe, den Sicherheitsabstand einzuhalten und einen Mundschutz zu tragen. Vor der Amrum-Fähre gab es in Wittdün bereits Tumulte, weil die Fahrgäste befürchteten, nicht mehr mitgenommen zu werden. Im Zweifel darf die Reederei das Boarding beenden. Dann bleiben alle Drängler wirklich auf der Insel zurück.

Kuscheln am Strand? Kein Problem! Büsum bietet diese Schlafstrandkörbe.
Foto: Büsum PR

Antworten auf die 15 wichtigsten Nordsee-Urlaubsfragen

1. Welche Beschränkungen gelten für Hotels, Pensionen, Beherbergungsstätten und ähnliche Einrichtungen an der Nordsee?

Beherbergungsstätten, ähnliche Einrichtungen und Hotels dürfen nur zu 60 Prozent ihrer Zimmerkapazität ausgelastet sein. Eine Überschreitung der Kapazitätsgrenze von 60 Prozent ist zulässig, wenn der Betrieb ausschließlich Geschäftsreisende aufnimmt.

Beispiel: Sofern ein Hotel ausschließlich mit Geschäftsreisenden belegt ist, ist eine Überschreitung der Kapazitätsgrenze von 60 Prozent zulässig. In dem Fall, dass ein Beherbergungsbetrieb eine Auslastung von 40 Prozent Geschäftsreisenden vorweist, kann entsprechend mit bis zu 20 Prozent für privattouristische Reisende aufgestockt werden.

Die Betreiber der Einrichtungen sind u.a. verpflichtet, ein Hygienekonzept zu erstellen. Gemeinschaftlich genutzte Wellnessbereiche wie Sauna und Schwimmbad dürfen nicht geöffnet werden, die Oberflächen von Türen, Türgriffen oder anderen Gegenständen, die durch das Publikum oder das Personal häufig berührt werden, sind mehrmals täglich zu reinigen und die Gäste durch schriftliche oder bildliche Hinweise aufzufordern, auf der Betriebsfläche und deren Umgebung einen Abstand von 1,5 Metern zueinander einzuhalten.

2. Gilt die Auslastungsbeschränkung von 60 Prozent auch für Ferienwohnungen und Ferienhäuser?

Nein, die Auslastungsbeschränkung von 60 Prozent gilt hier nicht. Für Ferienwohnungen und Ferienhäuser gilt seit dem 11. Mai 2020 die Wiederbelegungsfrist von sieben Tagen.

Ein Ferienhaus darf nur alle sieben Tage neu belegt werden

3. Was bedeutet Wiederbelegungsfrist?

Bei Ferienwohnungen gilt seit dem 11. Mai 2020, dass nur alle sieben Tage neue Gäste kommen dürfen. Ein Zimmer, eine Ferienwohnung oder ein Ferienhaus darf also nur alle sieben Tage neu belegt werden. Möglich sind auch Belegungen von zum Beispiel vier Tagen. Dann müsste das Zimmer/die Wohnung noch drei Tage leer stehen und dürfte erst danach neu belegt werden. Damit wird der „Gästeumschlag“ reduziert und die Gefahr, dass mit immer neuen, ständig wechselnden Gästen die Infektionswahrscheinlichkeit steigt. Bei einer wöchentlichen Wechselroutine sind dann ein hoffentlich ausreichender Schutz und eine bessere Nachvollziehbarkeit gegeben.

Bleibt ein Gast sieben Tage bzw. reist am achten Tag ab, dann darf die Wohnung auch an diesem Tag wieder vermietet werden. Ein Beispiel: Gast A reist am Sonnabend an und reist am darauffolgenden Sonnabend wieder ab, dann darf an diesem Sonnabend Gast B die Ferienwohnung belegen. (Denn: mit dem Anreisetag Sonnabend gezählt, ist der darauffolgende Sonnabend bereits der achte Tag). Bleibt der Gast zwölf Tage, dann darf die Wohnung am zwölften Tag wieder vermietet werden.

Die Wiederbelegungsfrist von sieben Tagen gilt nur für Ferienwohnungen, nicht für Campingplätze, Wohnmobilstellplätze und Bootsliegeplätze. Hier soll eine Reduzierung des Gästeumschlags und damit des Kontaktaufkommens und der Infektionsgefahr durch eine maximal 50-prozentige Auslastung erfolgen. Es darf also immer nur die Hälfte der Plätze belegt sein. Das reduziert auch die Begegnungsgefahren in den Sanitärräumen.

Am Strand von Norddeich wurden die Strandkörbe neu arrangiert, damit genug Abstand besteht.
Foto: Mohssen Assanimoghaddam/dpa

Auch Campingplätze dürfen nicht voll belegt sein

4. Wann sind Campingplätze wieder für den touristischen Besuch geöffnet und welche Beschränkungen gibt es?

Campingplätze, Bootsliegeplätze und Wohnmobilstellplätzen können seit dem 11. Mai 2020 wieder geöffnet werden. Hier wurde die Auslastungsbeschränkung zum 25. Mai 2020 auf 60 Prozent erhöht. Weiter gelten die zusätzlichen Hygieneanforderungen an die Gemeinschaftseinrichtungen (z. Bsp. Sanitäranlagen). Hat der Platz beispielsweise 100 Stellplätze, dürfen nur 60 belegt werden.

Eine Ausnahme von der generellen Regelung zur Auslastungsbeschränkung gilt für die Belegung mit Dauercampern. Sofern auf einem Campingplatz Parzellen ganzjährig oder für die Dauer der Saison vermietet sind, sollen diese Plätze genutzt werden können, auch wenn dadurch die 60-prozentige Auslastungsbeschränkung überschritten wird. Diese Regelungen gelten analog für Bootsliegeplätze.

5. Mit wie vielen Personen darf ich gemeinsam Urlaub in einer Ferienwohnung, einem Ferienhaus oder auf einem Campingplatz machen?

Sie können gemeinsam mit den Angehörigen des eigenen und eines weiteren Hausstandes Urlaub in einer Ferienwohnung, einem Ferienhaus oder auf einem Campingplatz machen. Eine Begrenzung nach der Zahl der Personen gibt es nicht.

6. Welche gastronomischen Betriebe dürfen wieder öffnen?

Restaurants, Gaststätten, Biergärten im Freien, Imbisse, Cafés und Kantinen dürfen seit dem 11. Mai 2020 unter strengen Sicherheits- und Hygieneauflagen wieder öffnen. So muss dafür gesorgt sein, dass der Zutritt gesteuert werden kann und Warteschlangen vermieden werden. Außerdem darf kein Büfett angeboten werden.

Mensen dürfen erst nach Zustimmung der örtlich zuständigen Gesundheitsbehörde betrieben werden, wenn auf der Grundlage eines Hygienekonzepts der Betreiberin oder des Betreibers sichergestellt ist, dass die Gefahr einer Infektion mit dem Coronavirus Sars-CoV-2 erheblich vermindert ist.

Hofcafés dürfen schon öffnen, Kneipen noch nicht

Hofcafés sind zugelassen, wenn die Restriktionen des § 6, Abs. 1 eingehalten werden (zum Beispiel Gästesteuerung, reduziertes Platzangebot, kein Büfettbetrieb).

Betriebe, in denen der Schankwirtschaftsbetrieb den Speisewirtschaftsbetrieb deutlich überwiegt, dürfen noch nicht öffnen. Um eine Ausbreitung des Coronavirus zu vermeiden, müssen auch in gastronomischen Betrieben Kontakte zwischen Personen auf ein Minimum begrenzt werden. Daher dürfen maximal 50 Prozent der Sitzplätze gleichzeitig belegt werden. Im Gastraum muss zwischen den Tischen ein Mindestabstand von zwei Metern eingehalten werden. Außerdem müssen sowohl Personal als auch Gäste darauf achten, den Mindestabstand von 1,5 Metern zu Personen, die nicht zum selben oder einem weiteren Hausstand gehören, einzuhalten. Das Service-Personal ist verpflichtet, Mund-Nasen-Schutz zu tragen. Für Gäste besteht diese Verpflichtung hingegen nicht.

Um mögliche Infektionsketten nachvollziehen zu können, muss der Betreiber der Gaststätte den Namen und die Kontaktdaten jedes Gastes sowie den Zeitpunkt des Betretens und des Verlassens der Gaststätte mit dessen Einverständnis dokumentieren. Die Gaststätte muss die Daten drei Wochen aufbewahren, danach müssen die Daten gelöscht werden. Gäste dürfen nur bedient werden, wenn sie mit der Dokumentation einverstanden sind.

Es darf ausschließlich am Tisch serviert werden, Selbstbedienung ist nur bei Ausgabe von fertigen Tellergerichten möglich. Gäste dürfen nicht in Kontakt mit vorher angerichteten Speisen kommen, daher sind Büfetts oder offene Salatinseln zur Selbstbedienung nicht gestattet. Offene Küchen sind generell nicht gestattet.

Die Gäste müssen über den betrieblichen Infektionsschutz und das angewendete Hygienekonzept per Aushang informiert werden.

7. Muss ich einen Mund-Nasen-Schutz tragen, wenn ich im Restaurant essen gehe?

Nein, für Gäste ist ein Mund-Nasen-Schutz nicht verpflichtend. Das liegt auf der Hand – denn beim Essen ist ein solcher Schutz zudem wenig praktikabel. Das Service-Personal hingegen ist verpflichtet, einen Mund-Nasen-Schutz zu tragen.

Es gibt keinen Ausschluss von einzelnen Branchen mehr. Alle Dienstleistungen, bei denen der Mindestabstand von 1,5 Metern stets eingehalten werden kann, sind erlaubt. Dienstleistungen, bei denen der Mindestabstand von 1,5 Metern üblicherweise nicht eingehalten werden kann, sind unter Beachtung von strengen Hygieneauflagen ebenfalls erlaubt. Dazu zählen zum Beispiel Friseurinnen und Friseure. Manikürestudios, Pedikürestudios, Kosmetikstudios und Massagepraxen sowie Solarien. Auch Tattoo- und Piercingstudios können wieder öffnen.

8. Was ist mit Urlaub auf dem Bauernhof?

Urlaub auf dem Bauernhof ist zugelassen, wenn es sich um Ferienwohnungen, Ferienhäuser oder Wohnmobilstellplätze handelt, die dort festgelegten Restriktionen sind zu beachten.

9. Können Personen, die im Sommer einen Urlaub an der Nordsee gebucht haben, darauf hoffen, dort auch tatsächlich hinfahren zu können?

Nach derzeitigem Stand ja. Voraussetzung ist eine weiterhin positive Entwicklung der epidemiologischen Lage mit geringen Neuinfektionszahlen.

Die lange Anreise lohnt sich: Der Strand auf der „Helgoland-Düne“, der kleinen Nachbarinsel von Helgoland.
Foto: Ralf Steinbock/dpa


10. Dürfen Gäste aus anderen Bundesländern nach Niedersachsen reisen?

Ja. Gäste aus anderen Bundesländern sind willkommen.

Wann müssen Gastgeber gebuchte Urlauber wieder kündigen?

11. Nach welchen Kriterien können Ferienwohnungsbesitzer/Hotels/Pensionen etc. bereits vorliegende Verträge/Reservierungen kündigen, um die vorgeschriebene Begrenzungen der Auslastung ihres Betriebes umzusetzen?

Die Vorgaben des Allgemeinen Gleichbehandlungsgrundsatzes bzw. von Art. 3 Grundgesetz müssen eingehalten werden. Um eine diskriminierungsfreie und rechtssichere Auswahl sicherzustellen, wird das Prioritätsprinzip empfohlen. Das bedeutet, dass der Vermieter denjenigen Gästen kündigt, deren Buchung eingegangen ist, nachdem die jetzt geltende Auslastungsgrenze schon erreicht war – also die Buchungen, die über 60 Prozent der Belegungsquote fallen würden. Alternativ oder ergänzend hierzu kann auch ein Losverfahren durchgeführt werden.

12. Welche touristischen Dienstleistungen dürfen wieder stattfinden?

Seit dem 25. Mai 2020 können Seilbahnen, Freizeitparks, Baumwipfelpfade, Klettergärten, Spielparks, Abenteuerspielplätze und Minigolfanlagen wieder öffnen. Boots- und Fahrradverleiher dürfen unter der Auflage der Dokumentationspflicht wieder öffnen.

In Freizeitparks, auf Baumwipfelpfaden, Klettergärten, Spielparks, Abenteuerspielplätzen, auf Minigolfanlagen und ähnlicher Einrichtungen auf weitläufigen Anlagen im Freien muss der Mindestabstands von 1,5 Metern sowohl beim Betreten und Verlassen als auch während des Aufenthalts zu jeder anderen Person, die weder zum eigenen noch zu einem weiteren Hausstand gehört, eingehalten werden. Die Betreiberin oder der Betreiber einer Einrichtung müssen Maßnahmen treffen, um den Zugang zu steuern, sodass Warteschlangen vermieden werden und das Abstandsgebot eingehalten werden kann. Die Betreiber können außerdem weitere Hygienemaßnahmen treffen. Sofern Speisen und Getränke angeboten werden, gelten hier die gleichen Regelungen wie für Restaurants.

Daten von Kunden müssen notiert und aufbewahrt werden

13. Können Ausflugsschifffahrten wieder stattfinden?

Ja, seit dem 25. Mai 2020 können Schifffahrten zu touristischen Zwecken in Niedersachsen wieder stattfinden. Allerdings müssen Sie hierbei eine Mund-Nasen-Bedeckung tragen und darauf achten, dass Sie sowohl wenn Sie das Schiff betreten oder verlassen und auch zwischen Ihrem Sitzplatz und dem einer Person, die nicht aus Ihrem oder einem weiteren Hausstand kommt, der Mindestabstand von 1,5 Metern eingehalten wird.

Um mögliche Infektionsketten nachvollziehen zu können, muss der Betreiber den Namen und die Kontaktdaten jedes Gastes an Bord mit dessen Einverständnis dokumentieren. Die Daten müssen dann drei Wochen aufbewahrt werden, danach müssen sie gelöscht werden. Nur Gäste die hiermit einverstanden sind, können an der Schifffahrt teilnehmen. Sofern Speisen und Getränke angeboten werden, gelten hier die gleichen Regelungen wie für Restaurants.

14. Können Kutschfahrten wieder stattfinden?

Ja, seit dem 25. Mai 2020 können Kutschfahrten in Niedersachsen wieder stattfinden. Allerdings müssen Sie hierbei eine Mund-Nasen-Bedeckung tragen und darauf achten, dass Sie sowohl wenn Sie die Kutsche betreten oder verlassen und auch zwischen Ihrem Sitzplatz und dem einer Person, die nicht aus Ihrem oder einem weiteren Hausstand kommt, den Mindestabstand von 1,5 Metern einhalten.

Um mögliche Infektionsketten nachvollziehen zu können, muss der Betreiber den Namen und die Kontaktdaten jedes Gastes mit dessen Einverständnis dokumentieren. Die Daten müssen dann drei Wochen aufbewahrt werden, danach müssen sie gelöscht werden. Nur Gäste die hiermit einverstanden sind, können an der Kutschfahrt teilnehmen.

15. Welche Hygiene- und Schutzmaßnahmen müssen bei körpernahen Dienstleistungen beachtet werden?

Um Ansteckungen mit dem Coronavirus zu vermeiden, gilt für Friseurbetriebe, Maniküre-, Pediküre- und Kosmetikstudios sowie Massagepraxen folgendes: Kunden müssen den Mindestabstand von 1,5 Metern zu anderen Kunden einhalten. Das Personal muss einen Mund-Nasen-Schutz tragen und sich nach jedem Kunden die Hände desinfizieren.

Um mögliche Infektionsketten nachvollziehen zu können, ist es notwendig, dass Kundinnen und Kunden ihren Namen und eine Telefonnummer hinterlassen. Mögliche Infektionen können so besser und schneller nachvollzogen werden. Auch der Zeitpunkt, wann die Kundin oder der Kunde den Laden betritt und wieder verlässt, muss dokumentiert werden. Der Betreiber muss die Daten drei Wochen aufbewahren, danach müssen die Daten gelöscht werden. Kundinnen und Kunden dürfen nur bedient werden, wenn sie mit der Dokumentation einverstanden sind.

Klare Luft auf Baltrum. Foto: Baltrum PR
Warum ist die Nordsee so gesund?

Das Zusammenspiel aus UV-Strahlung, Wind, Salz, Temperatur und Luftfeuchtigkeit wirkt auf eine komplexe Weise. Einerseits reizen sie den Körper, andererseits schonen sie ihn auch. Oberarzt Reinhard Patzke der DRK-Nordsee-Reha-Klinik Goldene Schlüssel in St-Peter-Ording, fasst zusammen: „Die frische Brise fordert den Organismus: Der Körper muss sich dem Kältereiz anpassen und muss mehr Wärme bilden. Er wirkt sich aber auch schonend aus, denn er kühlt die Haut und kann Juckreiz mindern. Das Immunsystem wird stimuliert und der Wärmehaushalt trainiert, der Organismus wird abgehärtet. Die Atmung wird stimuliert und die Atmung wird tiefer, dadurch werden die Lungen besser belüftet. Durch die Kältereize wird vermehrt körpereigenes Kortisol ausgeschüttet. Der reinen Luft der Nordsee mit ihrem hohen Salzgehalt wird ein chemischer Wirkkomplex zugerechnet. Das maritime Aerosol, der Salzgehalt der Nordseeluft, ist ein Reizfaktor, der Schleim aus den Atemwegen löst und einen tiefer Luft holen lässt. Es wirkt schleimlösend und beruhigt entzündlich geschwollene Schleimhäute. Die Nordseeluft ist schadstoff- und pollenarm und keimfreier, als jede andere Meeresluft. Das Salz schlägt sich auf der Haut nieder, löst so kleine Hautschüppchen und wirkt gleichzeitig entzündungshemmend. Ein Strandspaziergang in der Brandungszone ist besonders gesund. Hier ist das Salzgehalt am höchsten und die Aerosole werden in starker Konzentration eingeatmet.“