Finanztip-Kolumne Geldsache: So günstig bekommen Sie vom Chef ein Dienstfahrrad

In Städten wie Berlin und Potsdam kommt man mit dem Fahrrad oft schneller als mit dem Auto von A nach B – Staus und die lästige Parkplatzsuche entfallen. Wer längere Strecken fährt und dabei nicht ins Schwitzen kommen will, kauft sich am besten ein Elektrofahrrad. Dafür müssen Radler eine vierstellige Summe einplanen. Deutlich günstiger kommen Arbeitnehmer an das Traumvelo, wenn der Arbeitgeber es als Dienstfahrrad anschafft.

Seit 2012 gilt das sogenannte Dienstwagenprivileg auch für Fahrräder. Mitarbeiter dürfen mit dem Dienstvelo zur Arbeit fahren und nach Feierabend an den Badesee. Für die private Nutzung müssen sie wie beim Dienstauto ein Prozent des Listenpreises als monatliche Einnahme versteuern. Anders als beim Dienstwagen muss der Anfahrtsweg zur Arbeit nicht versteuert werden.

Das Online-Verbrauchermagazin Finanztip hat dazu eine Beispielrechnung aufgestellt. Überlässt der Arbeitgeber seinem Mitarbeiter ein Pedelec (Elektrorad bis maximal 25 km/h) mit einem Neupreis von 2.500 Euro, bekommt der Arbeitnehmer monatlich 25 Euro (als geldwerten Vorteil) auf sein Gehalt aufgeschlagen und muss diesen Betrag versteuern. Jeder Bürger hat einen individuellen Steuersatz, der vom Gehalt abhängt. Finanztip geht in seiner Beispielrechnung von 35 Prozent aus (das entspricht einem Bruttogehalt von etwa 38.000 Euro für Ledige). In diesem Beispiel zahlt der Mitarbeiter monatlich 8,75 Euro oder 105 Euro im Jahr für das E-Bike. Der Arbeitgeber kann die Kosten von seinem Gewinn abziehen und zahlt somit weniger Steuern.

Vorteile für Arbeitnehmer, Unternehmen, Krankenkassen und Stadtverkehr

Doch das ist nicht der einzige Vorteil für Firmen, die ihren Mitarbeitern hochwertige Fahrräder zur Verfügung stellen. So sind Arbeitnehmer, die zur Arbeit radeln, morgens erfrischt und vom Start weg produktiver. Einer niederländischen Studie zufolge fallen Radfahrer außerdem seltener krankheitsbedingt aus. Jeder Mitarbeiter, der aufs Fahrrad umsteigt, bringt der Firma im Schnitt einen Tag zusätzliche Arbeitsleistung im Jahr. Und nicht zuletzt kann ein hochwertiges Dienstfahrrad für den Arbeitnehmer natürlich genauso motivierend sein wie ein klassischer Dienstwagen, ist aber in der Anschaffung viel günstiger.

Falls das alles den Boss nicht überzeugt, kann der Mitarbeiter auch vorschlagen, einen Teil der Anschaffungskosten für das Fahrrad selbst zu übernehmen. Der entsprechende Betrag wird dann direkt vom Bruttogehalt abgezogen. Dadurch spart der Arbeitnehmer Steuern und Sozialabgaben, was bedeutet, dass sich der Staat an den Kosten für das neue E-Bike beteiligt. Die Allgemeinheit hat übrigens auch etwas davon, dass immer mehr Bürger auf zwei Rädern unterwegs sind. Es entlastet die Krankenkassen, Anwohner müssen weniger Lärm und Abgase ertragen. Nicht zuletzt helfen Radler, dass der Autoverkehr nicht komplett kollabiert, indem sie nicht auch noch zum Stau beitragen.