Man kann auch mit kleineren Beträgen in einen Sparplan einsteigen.
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BerlinWarum sich selbst um die Geldgeschäfte kümmern, wenn es Menschen gibt, die davon viel mehr verstehen? Wer diese Haltung hat, ist potenzieller Kunde von Investmentfonds. Diese Geldanlageprodukte werden von Finanzmarktprofis entworfen und gepflegt.

Der Käufer muss nur entscheiden, in welchem Bereich er sein Geld anlegen will, zum Beispiel in welchem Land, in welcher Branche oder mit welchem Risiko. Doch es gibt auch einiges zu beachten. Wir erklären, wo Kunden aufpassen müssen.

Funktionsweise von Fonds:

Eine Fonds- oder Kapitalanlagegesellschaft legt den Fonds auf, wie es in der Fachsprache heißt. Das bedeutet, der Fondsmanager entscheidet über die Zusammensetzung des Fonds. Der Fonds DWS Deutschland investiert zum Beispiel in Dax-Unternehmen. Europa, USA, die Welt – Fonds, die Geld in Unternehmen aus bestimmten Regionen anlegen, sind ebenfalls beliebt.

Auch Fonds mit nachhaltig wirtschaftenden Unternehmen oder Fonds mit Immobilien oder Rentenpapieren werden angeboten. Die Anleger kaufen Anteile an den Fonds, einmalig oder als Sparplan. Der Fondsmanager legt das Geld für sie an. Steigen die Aktien der am Fonds beteiligten Positionen, wächst auch der Wert des Fondsanteils.

Vorteil von Fonds:

Das Risiko von Fonds wird als geringer eingeschätzt, als bei Einzelwerten. Gute Fondsmanager stellen das Portfolio so zusammen, dass Verluste bei Einzelposten aufgefangen werden. Daher sind Fonds besonders für Börseneinsteiger attraktiv. Statt selbst die Kurse zu verfolgen, wird das dem Fondsmanager überlassen. Und man kann dort mitspielen, wo sonst nur finanzstarke Anleger unterwegs sind.

Außerdem kann man schon mit kleinen Beträgen einsteigen. Ein Anteil am DWS Deutschland kostet zurzeit rund 200 Euro. Seitdem er 1993 aufgelegt wurde, hat er 36 Prozent zugelegt. Man kann jedoch in einem Sparplan mit kleineren Beträgen einsteigen, zum Beispiel ab 25 Euro.

Risikoklassen:

Sie sollen Anlegern eine Orientierung geben. Das geringste Risiko haben Produkte der Risikoklasse 1. Laut Verbraucherzentrale Niedersachsen zählen dazu Bausparverträge, Pfandbriefe und europäische Geldmarktfonds. Aktienfonds mit europäischen Standardwerten, internationale Renten-, Aktien- und Mischfonds gehören in Klasse 3. In der Klasse 5 sind extrem Risikofreudige zu Hause. Hochspekulative Anleihen, ausländische Aktien-Nebenwerte oder Optionsscheine werden so verkauft.

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Ausgabeaufschlag:

Der Verkäufer (Bank oder Fondsgesellschaft) verlangt oft fünf Prozent Ausgabeaufschlag. Das heißt, wer fünf Anteile DWS Deutschland für zurzeit etwa 1000 Euro kauft, muss davon rund 50 Euro Ausgabeaufschlag zahlen. Bei Rentenfonds werden drei Prozent erhoben, bei offenen Immobilienfonds oder Mischfonds vier oder fünf Prozent. Ausgabeaufschläge sind nicht zwingend. Wer gut mit dem Geldberater verhandelt, kann sie reduzieren oder ganz aufheben.

Verwaltungsgebühren:

Sie können zwischen 1 und 2,5 Prozent liegen. Beim DWS Deutschland sind es zum Beispiel 1,4 Prozent. Anleger sollten in den Fondsinformationen nachschauen, denn manche Investmentgesellschaften erheben mehr als zwei Prozent. Günstiger sind Indexfonds (ETFs): Die Verwaltungskosten betragen hier nur 0,15 bis 0,3 Prozent. Der Grund: Sie werden nicht von einem Fondsmanager betreut, sondern bilden lediglich einen Aktienindex wie den Dax ab.

Erfolgsabhängige Gebühren:

Solche Performance Fees bescheren den Fondsmanagern zusätzliche Einnahmen. Das soll sie motivieren, sagen die Fondsgesellschaften. Doch die Stiftung Warentest verneint das. Anleger sollten im Kleingedruckten unter den „wesentlichen Anlegergebühren“ nachschauen, ob erfolgsabhängige Gebühren erhoben werden. Eventuell findet sich ein ähnliches Produkt ohne diese Gebühren.

Depotgebühren:

Um einen Fonds zu erwerben, benötigt der Anleger ein Aktiendepot. Dabei handelt es sich um ein Konto für Geldmarktpapiere. Die Banken und Sparkassen bieten Depots an. Viele Kunden eröffnen es deshalb bei ihrer Hausbank. Die Gebühren können hier erheblich sein. Online gibt es inzwischen auch viele Angebote von Depots, die häufig günstiger oder sogar kostenlos sind. Die Gebührenstrukturen sind unterschiedlich – prozentual zum Depotwert oder als Kosten per Order. Hier lohnt sich ein genauer Vergleich.

Ausschüttungen:

Aktienfonds können Dividenden ausschütten oder sie wieder anlegen. Ausschüttende Fonds geben Unternehmensgewinne einmal im Jahr an die Anleger weiter – ein schönes Zubrot für den Anleger. Im zweiten Fall spricht man von thesaurierenden Fonds. Diese Fonds haben den Vorteil, dass sie langfristig mehr Vermögen anhäufen. Man spricht von einem Zinseszinseffekt, denn das reinvestierte Geld wird ja im nächsten Jahr erneut verzinst, wenn es gut läuft.

Steuern:

2018 hat der Gesetzgeber die Steuern auf Fondserträge neu geregelt. Deutsche Fonds zahlen nun auf Erträge 15 Prozent Körperschaftsteuer. Sparer erhalten zum Ausgleich Freistellungen von der Abgeltungssteuer. Ausländische und inländische Fonds wurden dadurch nahezu gleichgestellt. Fonds werden nun grundsätzlich jährlich über die Stelle besteuert, die das Depot führt, also die Hausbank, eine Online-Bank etc. Anleger werden dadurch entlastet. Vor 2009 gekaufte Anteile haben ihre Steuerfreiheit verloren.