Schönefeld - Erstmals seit Ausbruch der Corona-Pandemie beginnt bei Berlin wieder die wichtigste Messe der deutschen Luft- und Raumfahrtindustrie in Präsenz: die ILA. Rund 550 Aussteller präsentieren in Schönefeld von Mittwoch bis Sonntag ihre Lösungen für die Zukunft des Fliegens und der Raumfahrt.

Neben Wegen zu weniger Schadstoffausstoß im Luftverkehr steht wegen des Ukrainekriegs der militärische Teil diesmal besonders im Blickpunkt. „Wer Werte hat und Werte verteidigen will, der muss sie auch verteidigen können“, hob der Bundesverband der Luft- und Raumfahrtindustrie (BDLI) hervor.

100 Milliarden Euro

Die Branche hat dabei die geplanten zusätzlichen Militärausgaben Deutschlands von 100 Milliarden Euro im Blick. Die Bundeswehr ist wie immer größter Einzelaussteller auf der Internationalen Luft- und Raumfahrtausstellung (ILA). Zu sehen sein werden etwa künftige Kampfflugzeuge und Hubschrauber der Bundeswehr. Zu Flugschauen werden Kampfflugzeuge und Militärhubschrauber abheben, außerdem die doppelstöckige Passagiermaschine A380 und der Airbus-Transporter Beluga.

Eröffnet wird die Messe am Mittwoch durch Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD). Mittwoch, Donnerstag und Freitag sind Fachbesuchertage. Samstag und Sonntag können jeweils bis zu 15.000 Privatbesucher auf das Messegelände im Schönefelder Ortsteil Selchow gleich neben dem Flughafen Berlin-Brandenburg (BER).

2020 war die ILA wegen der Corona-Pandemie abgesagt worden. Die Beteiligung an der vorherigen Ausgabe 2018 war größer als in diesem Jahr: 1100 Aussteller konnten - damals ohne Besucherbegrenzung - insgesamt 180.000 Menschen ihre Produkte zeigen.

Vorbesichtigung: Franziska Giffey und Dietmar Woidke

Vor Messebeginn an diesem Mittwoch besichtigten die Regierungschefs von Berlin und Brandenburg, Franziska Giffey und Dietmar Woidke (beide SPD), am Montag das Gelände. „Wir müssen dafür sorgen, dass unsere Soldatinnen und Soldaten vernünftige Ausrüstung, vernünftige Technik haben“, unterstrich auch Woidke. Der Frieden werde nicht allein durch gute Worte gewahrt, sondern auch durch Investitionen in die Verteidigung.

Die technische Entwicklung sei in der Pandemie nicht stehen geblieben, sagte Giffey. „Man hat hier ganz viel durch das Schlüsselloch der Zukunft blicken können.“ Die Landesregierungen wollten Partner der Unternehmen sein. Sie besuchten Stände von Triebwerksherstellern und Satellitenbetreibern aus der Region.

BDLI-Hauptgeschäftsführer Volker Thum versicherte, die Zukunft des Fliegens werde klimaneutral sein. Seit Jahren arbeitet die Industrie an strombasierten Alternativkraftstoffen, Wasserstoffnutzung und Elektroantrieben. Ausgestellt werden auf der ILA auch batterieelektrische Kleinflugzeuge. Denn noch ist Fliegen nach Angaben des Umweltbundesamts die klimaschädlichste Art der Fortbewegung.

„Mein Herz geht auf“, sagte Berlins Messechef Martin Ecknig, der nun wieder eine große Messe in Präsenz ausrichten kann. Es ist auch die erste ILA seit der Eröffnung des BER. Die Unternehmen präsentieren ihre Fluggeräte auf Rollwegen neben einer Start- und Landebahn.