Erst die Euphorie, jetzt die Depression?  Vor noch nicht allzu langer Zeit wurden die Fernbusse als Alternative zur Deutschen Bahn gefeiert. Doch 2016 ist die Zahl der Verbindungen um fast ein Viertel zurückgegangen.  Das bedeutet aber nicht, dass es bald ganz vorbei ist mit der preiswerten Beförderung via Autobahn.

Höhere Auslastung der Strecke durch Marktführer Flixbus

Die Branche ist sehr schnell reif geworden. Allerdings so reif, dass der Marktführer Flixbus einen Marktanteil von 90 Prozent hat. Dadurch lässt sich die  Auslastung auf vielen Strecken erhöhen, was dem Unternehmen finanziellen Spielraum gibt. Flixbus ist allerdings kein Monopolist. Vielmehr ist vielfach ein Duopol entstanden.

Zweikampf zwischen Flixbus und Bahn

Flixbus gegen Bahn heißt es nun. Das kann nun zu einem intensiven Wettbewerb mit einem guten Preis-Leistungsverhältnis führen. Muss es aber nicht. Umweltschützer befürchten, dass sich die Bahn wegen mangelnder Rentabilität zurückziehen könnte, und zwar bei ausgewählten Verbindungen, wo es im Preiskampf mit richtig harten Bandagen zugeht.

Das würde tatsächlich Flixbus früher oder später zum Alleinanbieter machen, der die Tickettarife richtig hochtreiben kann. Das darf nicht passieren. Aber zum Glück ist die Bahn noch immer ein staatliches Unternehmen. Die Bundesregierung muss künftig noch viel stärker darauf achten,  dass Wirtschaftlichkeit und Mobilität - als Teil der Basisversorgung der Bürger - ausbalanciert werden. Doch zugleich muss die  Bahn die vielen Punkte anpacken, wo sie effizienter werden kann.