Forsa-Umfrage Putzatlas 2015: Eine Studie belegt: Die Berliner putzen am seltensten

Berlin - Putzen ist nicht nur eine Notwendigkeit, viele Deutsche empfinden sie auch als lästig. Jeder neunte beschäftigt daher eine  Haushaltshilfe, die den Boden wischt, Fenster putzt oder den Garten macht. Das ergab eine Forsa-Umfrage bei 1500 Bundesbürgern  im Auftrag der Minijob-Zentrale. Allerdings meldet nur jeder dritte Deutsche die Haushaltshilfe auch an, der Rest arbeitet schwarz. Das kann teuer werden, warnt die Minijob-Zentrale. Hier die wichtigsten Ergebnisse der Umfrage „Wie putzt Deutschland?“

Wer lässt sich bei der Hausarbeit helfen? Und wobei?

Laut Umfrage beschäftigen elf Prozent der Deutschen eine Haushaltshilfe. In Westdeutschland sind es zwölf Prozent und damit doppelt so viel wie in Ostdeutschland. Unter den Bundesländern liegt Nordrhein-Westfalen mit 15 Prozent vorn. Wie zu erwarten, sind es vor allem die wohlhabenderen Haushalte, die sich eine Hilfe engagieren: Unter jenen mit einem Haushaltsnettoeinkommen von 3500 Euro und holen sich 22 Prozent eine Unterstützung, bei Haushalten unter 2000 Euro sind es nur fünf Prozent. Als Gründe für eine Haushaltshilfe gaben 49 Prozent an, keine Zeit zu haben. 44 Prozent geben Hausarbeit ab, weil sie die Tätigkeiten nicht gerne machen.

Haushaltshilfen am häufigsten übertragen werden ungeliebte Tätigkeiten wie Boden wischen (74 Prozent), Bad putzen und Staub saugen (jeweils 71 Prozent). 69 Prozent der Haushaltshilfen putzen die Fenster, 20 Prozent bügeln, nur sechs Prozent kümmern sich um die Kinder.

Wie viele Putzhilfen arbeiten schwarz?

Nur 36 Prozent der Befragten mit Haushaltshilfe gab an, dass er diese bei der Minijob-Zentrale angemeldet hat. Der Rest entfällt auf Schwarzarbeit. „Wer seine Hilfe nicht anmeldet, begeht eine Ordnungwidrigkeit und muss mit einer Geldbuße von bis zu 5000 Euro rechnen“, mahnt die Minijob-Zentrale. Für eine Anmeldung spreche, dass Arbeitgeber 20 Prozent der Kosten bis zu 510 Euro im Jahr über die Einkommensteuer geltend machen können. Darüber hinaus sei der Arbeitgeber finanziell abgesichert, falls die Hilfe sich bei einem Arbeitsunfall verletze. Minijobber profitieren von der Anmeldung, weil sie Rentenanspruche ansammeln, das Recht auf Urlaub erhalten und Anspruch haben auf Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall und den gesetzlichen Mindestlohn.

Wie oft putzen die Deutschen?

Acht Prozent der Deutschen ohne Haushaltshilfe putzen täglich, ein Drittel mehrmals die Woche, 39 Prozent einmal die Woche. Doch das ist nur der Durchschnitt, zwischen den einzelnen Bundesländern gibt es große Unterschiede. Am seltensten greifen die Berliner zu Lappen, Wischmob und Staubsauger: 15 Prozent der Großstädter putzen pro Woche weniger als eine Stunde, in Ostdeutschland sind es nur zehn Prozent, in Schleswig-Holstein vier Prozent. Am reinlichsten sind die Baden-Württemberger: Zwölf Prozent von ihnen putzen täglich im eigenen Haushalt, in Berlin sind es halb so viele, in Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern gar nur drei Prozent. Die meiste Zeit mit Putzen verbringen die Menschen in Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, dem Saarland, Baden-Württemberg und Bayern. In diesen Regionen putzt fast jeder dritte Befragte pro Woche mehr als drei Stunden zu hause. Berliner und Hessen belegen mit 23 Prozent den vorletzten Platz. In Sachsen, Thüringen und Sachsen-Anhalt sind es nur 21 Prozent, die mehr als drei Stunden pro Tag dem Haushalt widmen.

Was machen die Deutschen besonders ungern?

Unbeliebteste Tätigkeit im Haushalt ist das Bügeln. 39 Prozent der Befragten nannten dies als die Aufgabe, die sie besonders ungern erledigen. Dahinter folgen mit 31 Prozent das Fensterputzen und mit 20 Prozent das Bad putzen. Müll rausbringen, Betten machen und Aufräumen hingegen finden nur sieben Prozent der Befragten besonders nervig. Die beliebteste Tätigkeit ist – das war zu erwarten – das Kochen. In Baden-Württemberg tun dies sogar 46 Prozent gern.

Männer oder Frauen – wer macht die Hausarbeit?

Vor allem die Frauen. 68 Prozent der Frauen in einem Mehrpersonen-Haushalt gaben an, ihre Wohnung selbst zu putzen, dagegen nur 14 Prozent der Männer. Unter den Tätigkeiten, die Männer ok finden, liegt das Müll rausbringen an der Spitze – 15 Prozent der Männer tun dies gern. Beliebt unter den Frauen ist hingegen das Wäsche waschen (22 Prozent).