Adaire Fox-Martin, Vorstandsmitglied bei SAP und Jennifer Morgan, seit Oktober 2019 Co-Vorstandssprecherin bei SAP.
Foto: Sven Simon/ Imago Images

BerlinFrauen in Vorständen der größten deutschen Unternehmen verdienen mehr als ihre männlichen Kollegen in der gleichen Position. Das ergab eine aktuelle Studie des Wirtschaftsprüfers Ernst & Young (E&Y). Demnach verdienten weibliche Vorstände in den 160 größten börsennotierten Unternehmen vergangenes Jahr im Schnitt 2,27 Milliarden Euro – und damit 27 Prozent mehr als Männer in den gleichen Positionen.

Damit bestätigt sich ein Trend. Denn auch schon 2016 und 2017 konnten Frauen in diesen Positionen die Männer übertrumpfen. Jens Massmann, Spezialist für Vorstandsvergütung bei EY erklärt diese Entwicklung mit dem wachsenden Wunsch der Unternehmen, Frauen für die oberen Führungsgremien zu gewinnen. Da es nur wenige geeignete Frauen für diese Positionen gebe, steige ihr Marktwert und damit auch ihre Vergütung.

Das Gehalt der Männer in Vorstandspositionen ist 2018 gesunken

Das Gehalt der Frauen ist 2018 außerdem um 6,5 Prozent im Vergleich zu 2017 gestiegen, während das der Männer um 1,9 Prozent gesunken ist. Da allerdings viel mehr Männer in den Vorständen sitzen als Frauen, ist somit das Gesamtgehalt trotz der Aufholjagd der Frauen zurückgegangen – im Durchschnitt um 0,5 Prozent. Im Sechsjahresvergleich hat die Vergütung der Vorstände deutscher börsennotierter Unternehmen damit einen Tiefstand erreicht. Das begründet Massmann mit der zunehmend schwierigen konjunkturellen Lage sowie einer durchwachsenen Geschäftsentwicklung. (td.)