Monokulturen folgen ihren eigenen Gesetzmäßigkeiten. In einer Kiefernschonung etwa wird man keine Fichten antreffen, weil die einen den anderen keinen Raum lassen. Eben so verhält es sich mit den Spitzengremien der deutschen Wirtschaft. „Die Hartnäckigkeit männlicher Strukturen lässt kaum Platz für Frauen“, stellt das Managerinnen-Barometer des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung fest. Frauen sind an den maßgeblichen wirtschaftlichen Entscheidungsprozessen in großen Unternehmen Deutschland weiterhin kaum beteiligt, heißt es in dem Report des DIW, der am Mittwoch in Berlin vorgestellt wurde.

2011 habe daran weder die allgegenwärtige Diskussion um eine Frauenquote noch die „öffentlichkeitswirksame Bestellung von vier Frauen in die Vorstände der Dax-30-Unternehmen“ etwas ändern können. Die Vorstände der Dax-30 Unternehmen konnten ihren Frauenanteil im vergangenen Jahr um 1,5 Punkte auf bescheidene 3,7 Prozent stemmen. In den Vorständen der Top-200- Unternehmen sind Frauen dagegen noch seltener anzutreffen. Hier liegt ihr Anteil weiterhin bei drei Prozent. In den Aufsichtsräten der Top-200-Unternehmen finden sich 11,9 Prozent Frauen, von denen allerdings mehr als zwei Drittel die Arbeitnehmerschaft vertreten, also Abgesandte der Betriebsräte sind. Dagegen nahm der Anteil der rein männlichen besetzten Aufsichtsräte im Vergleich zum Vorjahr noch einmal zu und stieg um 8,8 Prozent auf jetzt 23,6 Prozent.

Die bisherige Politik der Bundesregierung und ihrer Vorgänger blickt also auf höchst bescheidene Erfolge zurück. Die noch unter der Bundesfamilien- und Frauenministerin Ursula von der Leyen getroffene „Vereinbarung zwischen der Bundesregierung und den Spitzenverbänden der deutschen Wirtschaft zur Förderung der Chancengleichheit von Frauen und Männern in der Privatwirtschaft“ von 2001 liefert der heutigen Bundesarbeitsministerin von der Leyen jedenfalls nur noch Anlass, eine Frauenquote zu fordern und den Unternehmen mit Sanktionen zu drohen, sollte sie nicht eingehalten werden.

Eine Haltung, die Elke Holst, Mitautorin und Forschungsdirektorin der Gender Studies am DIW Berlin, unterstützt. „Wenn ich mir die Entwicklung der Zahlen anschaue, kann ich gut nachvollziehen, dass die Politik hier Verbesserungen aktiv voranbringen möchte.“ Von freiwilligen Selbstverpflichtungen, wie sie der sogenannten Flexiquote von Bundesfamilienministerin Kristina Schröder zugrunde liegen, hält Holst dagegen weniger. „Im internationalen Vergleich stellen wir fest, dass Fortschritte schneller gemacht werden, wenn spürbare Sanktionen greifen.“