Die Geschäfte von Schattenbanken haben im vergangenen Jahr kräftig zugelegt. Sie kontrollieren einer Studie zufolge mindestens ein Viertel des weltweiten Geldkreislauf.

Alleine 2011 setzten sie rund 67 Billionen Dollar (52,6 Billionen Euro) um, heißt es in dem Jahresbericht des Finanzstabilitätsrates (FSB). Ihr Umsatz wuchs damit im Vergleich zu 2010 um fünf bis sechs Billionen Dollar.

Bei Schattenbanken handelt es sich um Institute oder Geschäftszweige, die bankähnliche Aufgaben wie Finanzierungen übernehmen, ohne jedoch der Bankaufsicht zu unterliegen. Dabei handelt es sich vor allem um Hedgefonds, Geldmarktfonds, und Zweckgesellschaften, die für riskante Geschäfte bekannt sind.

USA haben größtes paralleles Bankensystem

Für seinen Bericht untersuchte der FSB seine 24 Mitgliedstaaten sowie Chile. Die 25 untersuchten Länder machen 90 Prozent des weltweiten Kapitals aus. Dabei kam der FSB zu dem Ergebnis, dass Schattenbanken im vergangenen Jahr 25 Prozent aller Finanztransaktionen tätigten. Möglicherweise ist ihr Anteil sogar noch größer, da es nicht aus allen Ländern verlässlichen Daten zu Hedgefonds oder Finanzgesellschaft mit riskanten Geschäften gibt.

Das größte parallele Bankensystem haben demnach die USA: Die dortigen Schattenbanken hatten 2011 ein Kapital von 23 Billionen Dollar. Auf dem zweiten und dritten Platz folgten die Eurostaaten mit 22 Billionen Dollar und Großbritannien mit neun Billionen Dollar. Die größten Schattenbanken gemessen an ihrem Bruttoinlandsprodukt (BIP) hatten den Angaben zufolge Hongkong (520 Prozent des BIP), die Niederlande, Großbritannien und Singapur.

Die Gruppe der 20 wichtigsten Industrie- und Schwellenländer (G-20) hat den FSB damit beauftragt, Vorschläge zum künftigen Umgang mit Schattenbanken zu machen. Das Gremium erklärte am Sonntag, die Regulierungsbehörden müssten „gezielt“ sicherstellen, dass das Parallelsystem „einer angemessenen Überwachung und Regulierung“ unterworfen werde. Der Rat will dazu Empfehlungen im September 2013 veröffentlichen. (afp/dapd/jon)