Punkt 3: Sperrmüll vor die Tür – Passanten dürfen sich nicht bedienen

Ein Umzug ist der perfekte Zeitpunkt zum Ausmisten. Wer das durchgesessene Sofa oder das alte Regal auf dem Sperrmüll loswerden will, sollte sich aber rechtzeitig informieren. „Manche Kommunen bieten eine Abholung gar nicht an, in anderen Städten hingegen ist sie kostenpflichtig“, erklärt der Anwalt. „Außerdem ist zu beachten, welche Gegenstände man überhaupt auf die Straße stellen darf.“ Ein Irrtum zum Sperrmüll hält sich übrigens hartnäckig.

Auch wenn es verlockend ist – den antiken Stuhl oder das gut erhaltene Schuhregal vom Sperrmüll zu „stibitzen“ ist rechtswidrig. „Die Gegenstände gehen automatisch in den Besitz der Gemeinde über. Passanten dürfen sich deshalb nicht einfach am Sperrmüll bedienen“, betont der Rechtsexperte. „Ist der Sperrmüll in einer Stadt kostenpflichtig, dürfen die Nachbarn auch nicht einfach eigene Möbel dazustellen.“

Punkt 4: So bleibt der „Haussegen“ im neuen Heim gerade

Egal ob Mieter ihre alte Wohnung übergeben oder die neue in Empfang nehmen: „Man sollte in jedem Fall ein Übergabeprotokoll aufsetzen“, rät Rechtsanwalt Klemens Erhard. Und dabei darf man auch ruhig ein bisschen pingelig sein. „Sowohl Mieter als auch Vermieter profitieren davon, alles detailliert und am besten sogar mit Fotos festzuhalten.“ Denn so umgeht man vielleicht später einen Rechtsstreit.

Was sicherlich nicht zum Frieden beiträgt: In der Annahme, so auf einfachem Wege die Kaution wiederzubekommen, behalten manche Mieter die letzten Monatsmieten ein. „Das ist jedoch rechtswidrig. Denn schließlich sind Miet- und Kautionszahlung rechtlich gesehen nicht das Gleiche.“

Ein weiterer Zankapfel bei der Wohnungsübergabe: knallige Farben und bunte Fototapeten. „Während der Mietzeit sind der Kreativität keine Grenzen gesetzt. Beim Auszug sollten die Wände aber farblich dezent und vor allem leicht überstreichbar sein.“ Dass der Vermieter nur strahlend weiße Wände akzeptieren muss, ist und bleibt ein Irrtum.

Punkt 5: Umzugstag – Vorsicht bei der Parkplatz-Reservierung

Sperrmüll entsorgt, Kisten gepackt, Transporter gemietet – nun kann es losgehen. Schnell noch mit ein paar Stühlen den Parkplatz vor der Tür sichern. „Diese Art der Reservierung ist zwar gängig, aber rechtswidrig.“ Und kann richtig teuer werden. „Bis zu 1000 Euro an Bußgeld können dann fällig werden“, so der Anwalt. Wer sich einen Parkplatz reservieren will, muss sich beim Ordnungsamt eine kostenpflichtige Sondernutzungsgenehmigung einholen – und das rechtzeitig.

Noch etwas sollte man frühzeitig organisieren: fleißige Umzugshelfer. Damit möglichst viele Freunde mit anpacken können, fällt das „Kistenschleppen“ oft aufs Wochenende. „Es gibt zwar keine rechtlichen Vorgaben, wann ein Umzug stattfinden darf. Aus Rücksicht auf die Anwohner ist von einem Umzug am Sonntag aber eher abzuraten.“ Also den Umzug lieber auf den Samstag legen – dann klappt’s auch mit den neuen Nachbarn.

(dmn)