Koriyama - Hätte die Heimat von Tetsuzo Yamaguchi schon im März 2011 keinen Atomstrom mehr produziert, wären ihm einige Probleme erspart geblieben. „Ich wusste wirklich nicht mehr weiter“, sagt der 68-Jährige, als er über sein Betriebsgelände tapst. „Da hinten wird Nihonshu hergestellt. Das ist der traditionelle Reiswein Japans. Und im Trakt davor destillieren wir Shochu.“ Ein Schnaps auf Roggen- oder Süßkartoffelbasis. Kurz bevor der kurzgewachsene Herr mit schütterem Haar das frei stehende Bürogebäude erreicht hat, blickt er betreten gen Himmel. „Aber all das wurde unwichtig.“

Am 11. März 2011 gab es plötzlich ganz andere Probleme. Für Tetsuzo Yamaguchi, der in zehnter Generation die mehr als 250 Jahre alte Destillerie Sasanokawa leitet, verlief die Geschichte so: „Am Nachmittag bebte plötzlich die Erde ganz gewaltig. Wir hatten ungeheure Angst ... Sehen Sie den Schornstein auf dem Foto da drüben?“ Er deutet auf ein altes Schwarz-Weiß-Bild an der Wand. „Durch das Erdbeben brach der zusammen.“ Auch die moderneren Boiler wurden beschädigt. „An den Tagen darauf waren dann alle Lieferketten unterbrochen. Wir konnten erst mal dichtmachen.“

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