Eine Karstadt-Filiale.
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Berlin/EssenBei der Warenhauskette Galeria Karstadt Kaufhof droht die Schließung von bis zu 80 der gut 170 Filialen. Das geht aus einem ersten Sanierungskonzept hervor, das am Freitag dem Gesamtbetriebsrat und anderen Gremien vorgelegt wurde, wie die Deutsche Presse-Agentur aus dem Unternehmensumfeld erfuhr.  Zuvor hatten die „Wirtschaftswoche“ und der „Spiegel“ darüber berichtet.

Die Zahl der Schließungen könnte sich zwar noch reduzieren, wenn Vermieter und weitere Beteiligte zu Zugeständnissen bereit seien, berichtete die „Wirtschaftswoche“ weiter. Dennoch rechnen Insider dem Bericht zufolge mit dem Abbau von insgesamt rund 5000 Vollzeitstellen bei dem Unternehmen. Ein Sprecher des Warenhauskonzerns betonte, das Unternehmen wolle Spekulationen nicht kommentieren.

Galeria Karstadt Kaufhof hatte kürzlich erst einen weiteren Stellenabbau angekündigt. In einem Brief an die Mitarbeiter am Montag hatte die Unternehmensführung geschrieben, der gerichtlich bestellte Sachwalter Frank Kebekus und der Generalbevollmächtigte Arndt Geiwitz hätten klar gemacht, dass es angesichts der Corona-Krise „leider auch zu Standortschließungen und dementsprechend auch zu einem Arbeitsplatzabbau kommen muss“. 

Tatsächlich gilt der Warenhaus-Konzern seit Langem als angeschlagen. Hatte ihm zunächst vor allem der stetig wachsende Onlinehandel das Leben schwer gemacht, so wirkt nun die Corona-Krise wie ein Brandbeschleuniger. Nachdem die Häuser krisenbedingt Mitte März schließen mussten, dauerte es keine zwei Wochen, bis das Unternehmen ein Schutzschirmverfahren beantragte.

Mit dieser Sonderform eines Insolvenzverfahrens ist Galeria Karstadt Kaufhof seit 1. April vor den Forderungen der Gläubiger geschützt. Zugleich darf die Unternehmensführung weiterhin selbst die Geschäfte lenken, dies allerdings nicht ohne Kontrolle. Der Düsseldorfer Insolvenzanwalt Frank Kebekus, der vor drei Jahren bekanntermaßen erfolglos angetreten war, die Fluggesellschaft Air Berlin zu sanieren, überwacht nun die Entscheidungen der Karstadt-Kaufhof-Chefs in der Essener Firmenzentrale.