Es geht dabei auch um Vorurteile: „Viele denken, wir Hebammen ziehen noch mit dem Holzrohr und einem Kräuterbündel los“, sagt Mandy Pleikies, dabei seien sie ausgestattet mit einem CTG, einem weiteren Herztongerät, Notfallmedikamenten und einem Sauerstoffgerät. Sie ist darin ausgebildet, Säuglinge zu reanimieren. Und die Fahrt ins Vivantes-Klinikum Neukölln dauert vom Geburtshaus aus keine Viertelstunde. Soviel Zeit wäre in der Klinik meist ohnehin notwendig, um einen OP für den Notfall bereitzustellen, sagt Mandy Pleikies. „Wir arbeiten Hand in Hand mit den Kliniken.“ Etwa jede sechste Geburt muss vom Geburts- ins Krankenhaus verlegt werden.

Notfälle sind äußerst selten. Ist ein Wechsel notwendig, geschieht dies in Ruhe und im Privatauto und nicht im Rettungswagen. Das zeigen die Statistiken der Gesellschaft für Qualität in der außerklinischen Geburtshilfe, der gegenüber Hebammen verpflichtet sind, ihre Arbeit zu dokumentieren. Knapp 10.400 Kinder brachten Hebammen 2011 außerklinisch auf die Welt, über 90 Prozent der Kinder ging es nach der Geburt gut.

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