Bis kommenden Dienstag (23. Juni) sollte in Berlin jeder Abiturient sein Abi-Zeugnis in den Händen halten.
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BerlinBis kommenden Dienstag (23. Juni) sollte in Berlin jeder Abiturient sein Abi-Zeugnis in den Händen halten. Doch während sich die einen nun auf eine ausgiebige Sommerpause freuen und die anderen direkt in den neuen Lebensabschnitt starten, wollen wieder andere einfach erst mal nur Geld verdienen. Klar, dass man bei allen Ambitionen auf die Feinheiten achten sollte. Zum Beispiel unterscheidet man in einen 450-Euro-Minijob oder einen kurzfristigen Minijob – beide sind abgabenfrei und dennoch grundlegend unterschiedlich. Was frischgebackene Abiturienten sonst noch wissen sollen – einige Fragen und Antworten im Überblick:

Was ist wichtig, wenn man nach dem Abi möglichst schnell möglichst viel Geld verdienen will?

Das Abi-Zeugnis in der Tasche, der Beginn der Ausbildung lässt aber noch auf sich warten? Warum nicht die Sommerferien nutzen, um sich ein Startkapital zum Beispiel für die eigene Wohnung zu verdienen. In dem Fall eignet sich ein sogenannter kurzfristigen Minijob besonders gut. Davon spricht man, wenn die Beschäftigung von vornherein auf drei Monate oder 70 Arbeitstage im Jahr befristet ist. Auf den Verdienst kommt es nicht an.

Coronabedingt gilt für Jobs zwischen dem 1. März und dem 31. Oktober 2020 sogar eine Besonderheit: Ausnahmsweise können in diesem Zeitraum fünf Monate oder 115 Tage sozialabgabenfrei gearbeitet werden.

Wird die Grenze für die kurzfristige Beschäftigung überschritten, werden monatliche Sozialabgaben fällig (Krankenversicherung, Arbeitslosenversicherung, Rentenversicherung und Lohnsteuer), die vom Verdienst abgezogen werden – und zwar für die ganze Beschäftigungsdauer.

Warum kann nach dem Abi eine langfristige Einnahmequelle mitunter sinnvoller sein?

Wenn es nicht darum geht, möglichst viel in möglichst kurzer Zeit zu verdienen, sondern eher um eine dauerhaft lohnende Einnahmequelle, ist ein 450-Euro-Minijob eine gute Alternative, erklären Experten der Arag. Bei dieser geringfügigen Beschäftigung verdient man maximal 450 Euro im Monat und kassiert das Geld brutto für netto, weil keine Sozialabgaben fällig werden. Hier muss der Arbeitgeber lediglich eine Pauschale von zwei Prozent Lohnsteuer an die Minijob-Zentrale abführen. Man kann den Job auch neben dem Studium erledigen, da es sich um wenig Wochenstunden handelt. Da auch Minijobber Anspruch auf den gesetzlichen Mindestlohn (seit 1. Januar liegt der bei 9,35 Euro) haben, arbeiten sie für ihr Geld maximal 48 Stunden im Monat.

Welche Jobs eignen sich zum Geld verdienen nach dem Abi?

Ob als Prospekte-Verteiler, Aushilfe im Supermarkt oder Haushaltshilfe – Jobangebote sind vielfältig. Deshalb ist es wichtig, sich im Vorfeld Gedanken zu machen, warum man nach dem Abi jobben möchte. Um sich schnell möglichst viel und langfristig Geld dazu zuverdienen? Vielleicht soll der Aushilfsjob nach dem Abi aber auch ein Sprungbrett für die eigene Karriere sein? Dann macht es mitunter Sinn, sich bei Firmen zu bewerben, die in der Branche arbeiten in der man später beruflich Fuß fassen will.

Wo findet man passende Jobs?

Mit der Jobsuche der Arbeitsagentur findet man viele verschiedene Stellenangebote, auch für Aushilfsjobs und befristete Tätigkeiten. Minijobs in der Region filtert man am besten mit  der Haushaltsjob-Börse der Minijob-Zentrale heraus.

Muss man sich selbst krankenversichern, wenn man nach dem Abi jobben geht?

In der Regel sind Kinder bis zum vollenden 25. Lebensjahr bei ihren Eltern umsonst familienversichert, erklären Experten der Arag. Voraussetzung: Das monatliche Einkommen darf 455 Euro nicht übersteigen. Dazu zählen auch Einkommen wie z. B. Waisenrenten oder Mieteinnahmen. Wer mehr verdient, muss sich um einen eigenen Versicherungsschutz in der Kranken- und Pflegeversicherung kümmern.

Hat man nach dem Abi noch Anspruch aufs Kindergeld?

Ja, aber es muss neu beantragt werden und ist an Bedingungen geknüpft. So erhalten volljährige Kinder zum Beispiel dann weiter Kindergeld, wenn sie auf einen Ausbildungs- oder Studienplatz (nicht länger als vier Monate) warten und in der Zeit der ersten Berufsausbildung beziehungsweise während des Erststudiums. Wichtig zu wissen: Sobald Kinder volljährig sind, müssen Eltern es ihnen auszahlen. Wohnen sie noch zu Hause, kann es allerdings mit Kost und Logis verrechnet werden.