Berlin - In den „wilden Zwanzigern“ beherrschte der berüchtigte Gangsterboss Al Capone ein Imperium des Verbrechens in Chicago: illegales Glücksspiel, Prostitution, Schmuggel, Bestechung, Rauschgifthandel, Schutzgelderpressung und Mord. Auch das mächtige FBI unter J. Edgar Hoover konnte dem umtriebigen Al Capone nicht beikommen – bis dieser einen folgenschweren Fehler begann und einer Anhörung vor einem Bundesgericht unberechtigterweise fernblieb. Von da an ging es bergab, nach der konsequenten Verfolgung einiger kleinerer Delikte gelang es schließlich, Al Capone dingfest zu machen und wegen Steuerhinterziehung zu verurteilen, die Strafe: elf Jahre Haft. 

Der Fall Al Capone illustriert, wie schwer es Strafverfolgungsbehörden auch heute noch haben, das organisierte Verbrechen effektiv zu bekämpfen, oft sind es die scheinbar kleinen Verstöße, die zu einem großen Fang führen. Die Novelle des Geldwäschegesetzes ist deshalb ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung. Bisher war die Strafbarkeit der Geldwäsche daran geknüpft, dass das Geld aus besonders schweren Straftaten stammt, nunmehr soll jede strafbare Tat ausreichen.

Das ist bitter nötig: Die Terrororganisation Hisbollah, die italienische 'Ndrangheta und die Berliner Clans – sie alle nutzen Deutschland seit Jahren als Waschsalon und gehen dabei international gut vernetzt und hochgradig arbeitsteilig vor. Der Nachweis, dass die Mittel aus einer schweren Straftat stammen, war für die Ermittler daher oftmals nur sehr schwer zu erbringen. Die Verschärfung ist zudem auch ein wichtiges Signal an die europäischen Partner: Italien hatte Deutschland aus eigener leidiger Erfahrung immer wieder für den laxen Umgang mit illegalem Geld kritisiert.