Flugbegleiter der Unabhängigen Flugbegleiter Organisation UFO.
Foto: dpa/Matthias Balk

Frankfurt/MainDie Kabinengewerkschaft Ufo will an diesem Freitag über die konkreten Streikpläne bei der Lufthansa informieren. Zuvor hatte die Gewerkschaft lediglich bestätigt, dass es Streiks noch in diesem Jahr geben werde. Ufo möchte um 17.00 Uhr auf dem YouTube-Kanal der Gewerkschaft über die konkreten Zeiten des Streikaufrufs informieren. Auch soll es dann Informationen geben, welche Teile des Konzerns bestreikt werden sollen.

Die Gewerkschaft hatte ihren Mitgliedern am Donnerstagabend mitgeteilt, es habe über die Weihnachtsfeiertage weitere Versuche der Schlichter für kurzfristige Lösungen gegeben. Diese Versuche seien erfolglos geblieben.

„Wir als Lufthansa schauen konstruktiv nach vorne“, sagte ein Lufthansa-Sprecher am Donnerstagabend. Der Luftfahrtkonzern sei weiter an einer großen Schlichtung interessiert. „Streiks sind aus unserer Sicht keine Lösung“, ergänzte der Sprecher. Die Lufthansa schaue nun auf die vorgeschlagenen Schlichtungstermine im Januar.

Vor Weihnachten hatten die beiden Schlichter - der frühere Chef der Arbeitsagentur, Frank-Jürgen Weise, und der ehemalige brandenburgische Ministerpräsident Matthias Platzeck (SPD) - die seit Monaten zerstrittenen Tarifparteien zu einem weiteren Schlichtungsvorgespräch eingeladen. Dabei sollte der genaue Umfang der Themen festgelegt werden.

In dem Konflikt hat es bereits einen Warnstreik bei vier Lufthansa-Töchtern sowie einen zweitägigen Streik bei der Kerngesellschaft Lufthansa gegeben. Hier waren im November rund 1500 Flüge mit rund 200.000 betroffenen Passagieren ausgefallen.

Beide Seiten betonen immer wieder, eine möglichst umfassende Einigung mit einer Vielzahl tariflicher Themen anzustreben. Auf Grundzüge hatte man sich bereits im November bilateral geeinigt, war dann aber im gegenseitigen Misstrauen doch nicht zueinander gekommen. In der Zwischenzeit wurde Lufthansas Personalvorständin Bettina Volkens abberufen, die für einen moderateren Kurs mit der Ufo stand. Die Gewerkschaft verlangt unter anderem eine Rücknahme von Kündigungen und Klagen gegen frühere und aktuelle Vorstandsmitglieder sowie eine Aufarbeitung des heftigen Konflikts der vergangenen Monate.