Rund 140 Meter hoch: Der geplante Turm an der Warschauer Brücke
Foto: edge.tech

Berlin140 Meter hohe Bürohochhaus Edge East Side scheint nun doch wie geplant entstehen zu können. Senatsbaudirektorin Regula Lüscher lehne einen Rechtsstreit mit dem Bauherrn Coen van Oostrom und seiner Firma Edge ab, berichtete der Tagesspiegel am Wochenende. Damit erteilte sie dem Ansinnen des Baustadtrats von Friedrichshain-Kreuzberg, Florian Schmidt (Grüne), eine Absage, der die bereits erteilte Baugenehmigung für das Gebäude an der Warschauer Straße anfechten möchte. Lüscher argumentiert, dass für eine nachträgliche Entziehung des Baurechts eine einschlägige Rechtsgrundlage fehle.

Der Edge-Tower soll bis 2023 errichtet werden. 28 der 35 Etagen will der Online-Händler Amazon mieten. Vor gut einer Woche war bekannt geworden, dass Schmidt eine Neuplanung des Hochhauses erwirken möchte, weil der aktuelle Entwurf zu stark von den ursprünglichen Planungen abweiche. Der Bauherr verstoße nun gegen den städtebaulichen Vertrag, sagte Schmidt. Die Mitglieder des für die Planungen zuständigen Baukollegiums seien enttäuscht. Gemäß der Berliner Hochhausleitline müsse ein Gebäude entstehen, das „eine besonders hohe städtebauliche und architektonische Qualität aufweist“

Offenbar ist das Hochhausleitbild jedoch nicht anzuwenden, wenn bereits eine rechtskräftige Baugenehmigung vorliegt. Diese ist dem Bezirk zufolge Anfang September erlassen worden, weil dem Vorhaben keine öffentlich-rechtlichen Vorschriften entgegengestanden hatten. (abg.)