Berlin - Als im Oktober 2008 das Weltfinanzsystem wackelte, trat Kanzlerin Angela Merkel vor die deutsche Öffentlichkeit und verkündete: „Wir sagen den Sparerinnen und Sparern, dass ihre Einlagen sicher sind.“ Zwar hätte der Bund diese riesige Summe niemals wirklich garantieren können. Aber darauf kam es nicht an. Mit ihren Worten wollte Merkel die Bevölkerung beruhigen und einen so genannten Bank Run verhindern – also die Gefahr, dass verunsicherte Sparer ihr Geld von der Bank holen und die Bank dadurch tatsächlich pleite geht. Genau die gegenteilige Strategie scheinen EU-Kreise bezüglich Griechenland zu verfolgen. Mit inoffiziellen Äußerungen provozieren sie einen Bank Run und untergraben das griechische Finanzsystem.

Bereits seit Monaten ziehen griechische Haushalte und Unternehmen schrittweise ihre Einlagen von den Banken ab – entweder, weil sie auf Grund der Wirtschaftsmisere ihr Erspartes plündern müssen oder weil sie ihr Geld vor einer Bankpleite in Sicherheit bringen wollen. Sollte es zu einer solchen Pleite kommen, hätte Athen kaum das Geld, die Finanzinstitute zu retten.

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