Viele Bundesbürger haben sie in gut 20 Jahren richtig liebgewonnen. Die gelben Säcke und die gelben Tonnen. Ordentlich zusammengefaltete Milchtüten und penibel gespülte Joghurtbecher kommen da rein. Doch der Grüne Punkt, der die Verwertung der Verpackungen organisiert, steht kurz vor dem Kollaps. Die Bundesregierung will ihn nun mit einer Notoperation retten. Die kommunalen Unternehmen hingegen fordern, das Recycling-System abzuschaffen. Die wollen die Sache selbst in die Hand nehmen.

Das Duale System Deutschland (DSD) wurde Anfang der 90er-Jahre als eine Art Selbsthilfeorganisation ins Leben gerufen. Damals ging es darum, gegen rapide wachsende Verpackungsmüllberge anzugehen. Handel und Hersteller vor allem von Lebensmitteln gründeten eine Organisation, die mit dem Einsammeln und Verwerten von Getränkekartons, Plastikverpackungen und leeren Konservendosen beauftragt wurde. Finanziert wird das System durch Lizenzgebühren der Unternehmen, die damit das Recht erwerben, das Grüne-Punkt-Symbol auf ihre Verpackungen zu drucken. Die Kosten für all dies werden über die Preise der Lebensmittel letztlich von den Kunden getragen.

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