Google ist spät dran. Das Geschäft mit der Cloud ist bereits fest in den Händen von Amazon und Microsoft, Google ist nur dritter.  Daher steigt der kalifornische Konzern jetzt mit einer ordentlichen Summe ein. Rund eine Milliarde Euro will Google in den nächsten Jahren bis 2030 in Deutschland, genauer in Hessen und vor allem in Berlin und Brandenburg, investieren. Das ist eine gute Nachricht. 

Datenwolken werden für Industrie, Dienstleister, Handwerker, Schulen, Universitäten immer wichtiger. Sie sind die Schnittstelle einer modernen digitalen Infrastruktur. Vielleicht sind noch nicht alle datenschutzrechtliche Probleme gelöst, wenn amerikanische Konzerne in Deutschland ihre Server aufstellen - dürfen die US-Geheimdienste zugreifen? -, aber die Wolke ist dem europäischen Zugriff näher. 

Gut ist die Nachricht vor allem für die Region. Offenbar verspricht sich der Konzern hier gute Geschäfte. Das meint, die Kalifornier sehen hier ein großes Entwicklungspotential - wie auch schon Elon Musk mit dem Bau seiner Tesla-Fabrik in Grünheide. Dass die beiden Konzerne in Berlin investieren, wird sicher auch andere Investoren anlocken.  Bis 2022 soll die hiesige Cloud-Region fertig sein. Und Google verspricht auch noch, in den stromfressenden Anlagen nur grünen Strom einzusetzen - dessen Kapazitäten allerdings noch geschaffen werden müssen. 

Interessant wird  die Auseinandersetzung zwischen Google und den hiesigen Genehmigungsbehörden. Denn die Firma muss ja ihre Server-Fabriken erst noch bauen. Wenn die eigenen Daten auch in der digitalen Wolke verschwinden, sind die Server dann doch sehr analog und stehen meist in einer großen Fabrikhalle. Aber vielleicht macht es Google wie Tesla. Einfach anfangen, der Rest regelt sich später.