Die Betreiber der Berliner Suchmaschine Ecosia wollen dem Energiekonzern RWE einen Teil des Hambacher Forsts abkaufen - doch daraus wird nichts. RWE wollte auf Nachfrage der Berliner Zeitung das Angebot nicht kommentieren. Den Aachener Nachrichten hatte der Konzern zuvor mitgeteilt, dass man das Angebot nicht annehme.

Eine Million Euro hatte Ecosia für die verbliebenen 200 Hektar Wald geboten. Ein entsprechendes Dokument war am Dienstagmorgen per Fax an RWE geschickt worden. 

Der Energiekonzern will einen Großteil des Waldes in Nordrhein-Westfalen abholzen, um an Braunkohle zu gelangen - dagegen gab es zahlreiche Proteste, zuletzt demonstrierten am Samstag etwa 50.000 Menschen gegen die Rodung. 

Der Vorschlag Ecosias, den Hambacher Forst zu kaufen, stieß am Dienstag auf viel Begeisterung. Um eine reine PR-Aktion handele es sich bei dem Angebot jedoch nicht, sagte Gründer Christian Kroll dem Deutschlandfunk.

Die Idee sei dem Team bei einem gemeinsamen Bier gekommen. Den Wald zu kaufen, würde ein „massives Zeichen gegen den Braunkohleabbau in Deutschland setzen“. Über die PR und Aufmerksamkeit, die Ecosia durch die Aktion erreicht habe, sei man zwar froh. Doch: „Es geht uns aber um die Diskussion. Was passiert jetzt mit dem Wald?“. 

Kroll hatte sich außerdem am Dienstagnachmittag in einem auf Facebook veröffentlichten Video zu dem Angebot geäußert. „Bisher geht RWE weiterhin davon aus, dass sie irgendwann den Hambacher Forst abholzen werden“, sagt Kroll im Video. Es schein „keine wirkliche Bereitschaft zu sein, die Position zu überdenken“. 

Das Angebot bestehe jedoch weiterhin - das Team um Ecosia hoffe auf steigenden öffentlichen Druck, um RWE zum Umdenken bewegen zu können. 

Nachdem das Oberverwaltungsgericht Münster in der vergangenen Woche einen vorläufigen Rodungsstopp im Hambacher Forst verfügt hatte, hat der Energiekonzern nun angekündigt, die Braunkohleförderung zu drosseln.

Bislang wurden im Tagebau Hambach 40 Millionen Tonnen Braunkohle im Jahr gefördert - nun geht RWE von einer Reduzierung um jeweils etwa 10 bis 15 Millionen Tonnen in den Jahren 2019 bis 2021 aus, wie ein Unternehmenssprecher am Dienstag sagte. 

Als nächstes muss das Verwaltungsgericht Köln entscheiden, wie es mit dem Hambacher Forst weitergeht - doch RWE rechnet damit, dass eine Entscheidung möglicherweise nicht vor Ende 2020 fallen wird. (BLZ/dpa)