Hauptversammlung Deutsche Bank: Kritik am Aufsichtsrat der Deutschen Bank

11.58 Uhr

Anders als in den Medien dargestellt, hätten der scheidende Vorstandschef Josef Ackermann und Aufsichtsratschef Clemens Börsig "immer gut im Interesse der Deutschen Bank zusammengearbeitet", sagt Ackermann. Die Kamera schwenkt zu Börsig, dieser senkt seinen Blick auf den Tisch, ohne zu lächeln.

Mit diesem Eindruck endet die Liveübertragung der Hauptversammlung der Deutschen Bank.

11.45 Uhr

Ackermann äußert sich zur Kritik am Geschäftsgebaren der Deutschen Bank: Die Bank habe die Zusammenarbeit mit Unternehmen eingestellt, die Streubomben herstellen. Auch die Vorwürfe, die Aktivitäten der Deutschen Bank trügen zum Hunger in der Welt bei, würden untersucht.

11.38 Uhr

Mit Blick auf zahlreiche Klagen, mit denen sich die Bank wegen ihrer Hypothekengeschäfte in den USA konfrontiert sieht, räumte er ein, dass die Bank manche Geschäfte lieber nicht gemacht hätte. Kein Geschäft sei es wert, den Ruf des Hauses aufs Spiel zu setzen. "Diesem Grundsatz sind wir aus heutiger Sicht, in den Jahren des allgemeinen Überschwungs vor der Finanzkrise, nicht immer voll gerecht geworden."

11.30 Uhr

Ackermann bekennt sich zum Standort Deutschland: "Die Deutsche Bank ist eine globale Bank. Aber wir haben tiefe Wurzeln in unserem Heimatmarkt, und wir pflegen diese Wurzeln". Nur mit einer starken Heimatbasis könne eine Bank global erfolgreich sein. "Deswegen hat diese Bank immer zu Deutschland gestanden". Damit zerstreut er Sorgen vor einem Abdriften des Instituts aus dem Stammland. Applaus vom Publikum.

11.28 Uhr

Ackermann lobt die Potentiale des Investmentbankings, das den Aktionären der Deutschen Bank "noch viel Freude bereiten werde".

Ackermann muss vor den Aktionären zwar einräumen, dass er den herbeigesehnten Zehn-Milliarden-Euro-Gewinn 2011 wegen der Verwerfungen an den Finanzmärkten nicht geschafft hat, sondern gerade einmal die Hälfte. Im Vergleich zur Konkurrenz habe sich die Deutsche Bank aber gut geschlagen. "Alles in allem spiegelt das Ergebnis 2011 das Bild einer wachsenden, einer starken Bank wider, die auch in schwierigen Zeiten stattliche Gewinne erzielen kann und zu den besten Adressen der Welt zählt." Im Investmentbanking seien Risiken abgebaut und für Problempositionen Abschreibungen gebildet worden. Zudem sei die Kapitalbasis gestärkt worden.

11.19 Uhr

Zu den besten Zeiten der Ära Ackermann stand der Aktienkurs der Deutsche Bank bei 118 Euro, die Dividende lag bei 4,50 Euro. Heute: 75 Cent Dividende bei einem Kurs von 28.94 (Stand 31.5, 11.03 Uhr). Das macht die Aktionäre nicht gerade glücklich.

Ackermann: Schwere Zeiten für neues Führungsduo

11.13 Uhr

Ackermann: "Insbesondere die konjunkturelle Lage, die Schuldensituation und mangelnder Reformwille in einigen Ländern der Eurozone geben Anlass zur Sorge", sagt der Schweizer. Zudem trübten sich die Erwartungen der Unternehmen im bislang sehr robusten Heimatmarkt Deutschland ein. Zusammen mit geopolitischen Unsicherheiten könne dies die Erholung der Weltwirtschaft im Jahresverlauf beeinträchtigen. "Vor diesem Hintergrund und der anhaltenden regulatorischen Debatte bleibt die Aktivität auf den Finanzmärkten verhalten", betont er. Die Eigenkapitalquote der Bank liege nun bei zehn Prozent.

Die Deutsche Bank sei auf diese Rahmenbedingungen aber gut vorbereitet.

11:03 Uhr

Jetzt spricht Ackermann. "Ich empfinde Wehmut beim Abschied von einem Land, das mich mit offenen Armen empfangen und stets mit großer Offenheit begleitet hat". 2011 war ein schwieriges Jahr für die Weltwirtschaft - Ackermann erinnert an die Staatsschuldenkrise, die Atomkatastrophe von Fukushima und den Aufruhr in Arabien. Die Finanzmärkte waren nervös. Trotzdem sei es ein gutes Jahr für die Deutsche Bank gewesen, wie auch der Geschäftsbericht zeige. Die Bank habe auch trotz schwieriger Bedingungen gute Ergebnisse erzielt. Die Dividende soll bei 75 Cent pro Aktie liegen.

Börsig: "Vorstände sollen angemessen bezahlt werden"

10.56 Uhr

Aufsichtsrat Börsig über die Vergütung der Vorstände: "Unsere Vorstände sollen angemessen bezahlt werden". Das Gehalt besteht aus einem Grundgehalt und Boni, die teils erst nach Jahren ausgezahlt werden. 26,44 Millionen Euro verdienten die Vorstände im Jahr 2011.

Von Josef Ackermann ist bekannt, dass er 2009 9,55 Millionen Euro einstrich.

10.34 Uhr

Neu in den Aufsichtstrat sollen Allianz-Vorstand Paul Achleitner, Siemens-Vorstand Peter Löscher und Klaus Rüdiger Trützschler aus dem Vorstand von Franz Haniel & Cie. gewählt werden.

10.30 Uhr

Börsig betont die Stärke der künftigen Doppelspitze. "Der Aufsichtsrat ist überzeugt, dass das Team Jürgen Fitschen und Anshu Jain an der Spitze der Bank ideal zu den anstehenden Herausforderungen, denen sich die Bank gegenübersieht, passt", sagt der scheidende Vorsitzende des Kontrollgremiums. Mit Doppelspitzen habe die Deutsche Bank in ihrer langjährigen Geschichte gute Erfahrungen gemacht.

10.23 Uhr

Nicht nur Josef Ackermann verlässt den Konzern - auch die Deutsche-Bank-Vorstände Hugo Bänziger und Hermann-Josef Lamberti scheiden aus dem Unternehmen aus.

Langer Applaus für "Jo" Ackermann

10.19 Uhr

Börsig: Die "Ära Ackermann" war von der Finanzkrise und der Staatsschuldenkrise geprägt. Die Deutsche Bank musste dabei keine Staatshilfen in Anspruch nehmen. Sie ist als "Gewinnerin" aus der Finanzkrise hervorgegangen - eine Erfolg, der an Ackermanns Namen geknüpft sei. Langer Applaus der Aktionäre für ihren "Jo" - viele stehen sogar auf. Einzelne Buhrufe sind zu hören.

Ackermann wirkt verlegen, steht dann auch auf, weiß nicht recht, wohin mit seinen Händen, strahlt und wischt sich schließlich Tränen der Rührung aus den Augen.

10.14 Uhr

Clemens Börsig über Deutsche-Bank-Chef Ackermann: "Eine Epoche kommt zu ihrem Ende". Ackermanns Management habe die Bank erfolgreich durch zehn Jahre geführt. Ein Buhruf aus dem Publikum ertönt.

10.10 Uhr

Zu Beginn gedenkt die Hauptversammlung den verstorbenen Aktionären und Mitarbeitern der Deutschen Bank

10.00 Uhr

Der Beginn der Hauptversammlung verzögert sich um zehn Minuten, weil noch viele Aktionäre vor der Festhalle stehen. Dann stehen die Reden von Aufsichtsratschef Clemens Börsig und dem Vorstandsvorsitzendem Josef Ackermann auf dem Programm.

Attac-Aktivisten demonstrieren

9.45 Uhr

Vor der Festhalle in Frankfurt, in der die Deutsche Bank ihre Hauptversammlung abhält, protestieren Attac-Aktivisten. Auf einem Transparent steht der Schriftzug "Ackermanns Vermächtnis: Steuerflucht, Waffenhandel, Zocken mit Nahrung".

Besonders viel Aufmerksamkeit zieht das Komiker-Duo Onkel Fisch mit seiner Version des Jein-Songs von Fettes Brot auf sich. „Soll ich übel zocken, oder lass ich's lieber sein? Klar doch, ich bin der Jain.“

Mit ihren Slogans nehmen die Demonstranten Bezug auf Ackermanns Nachfolger Anshu Jain.

Die meisten Deutsche-Bank-Aktionäre bummeln vergnügt zwischen den Aktivisten hindurch. Die Sonne scheint und es herrscht Jahrmarktstimmung. Für wenig Verständnis sorgt lediglich der üble Geruch vor der Festhalle. Einige Kapitalismuskritiker haben einen Gülle-Spur um den Eingang gezogen, um gegen die „dreckigen Geschäfte“ der Bank zu protestieren.

9.30 Uhr

Josef Ackermann soll nach zehn Jahren den Chefsessel des Dax-Konzerns Deutsche Bank räumen. Investmentbanker Anshu Jain und der bisherige Deutschland-Chef Jürgen Fitschen werden nachfolgen.

Neu in den Aufsichtsrat gewählt werden sollen der bisherige Allianz-Finanzvorstand Paul Achleitner, sowie Siemens-Chef Peter Löscher und Ex-Haniel-Vorstand Klaus Trützschler. Der Österreicher Achleitner beerbt Clemens Börsig als Vorsitzender des Deutsche-Bank-Aufsichtsrates.

(fle/rtr/dapd)